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Celle Stadt Enten und Schwäne müssen regelmäßig gefüttert werden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Enten und Schwäne müssen regelmäßig gefüttert werden
16:31 19.02.2010
Fütterungszeit: Am Allerufer verteilt Roman Thönies die Körnermischung an die hungrigen Tiere. Quelle: nicht zugewiesen
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Vorgestern erst habe er wieder einen toten Schwan aus der Aller ziehen müssen, berichtet Thönies. Das Tier sei an Nahrungsmangel gestorben. „Das Futterangebot ist in diesem strengen Winter extrem eingeschränkt. Das Ufer ist vereist, es ist keine Nahrung mehr da“, so der Leiter des Tierheims. Aus diesem Grund käme er seit ein paar Wochen täglich an die Pfennigbrücke, um die Wasservögel zu füttern. „Die versammeln sich schon alle am Ufer, wenn sie nur das Auto sehen“, schmunzelt Thönies. „Sie stürzen sich darauf und haben jede Scheu vor uns Menschen verloren“. Das allein zeige, wie extrem die Situation für die Tiere sei.

Auch Rentner Klaus Stein ist seit dem 18. Dezember regelmäßig in wichtiger Mission unterwegs. Sein „kleiner Beitrag für aktiven Tierschutz“: Jeden Tag schneidet Stein fünf bis sechs Kilogramm Brot oder Brötchen in kleine Stücke und füttert damit unter anderem die Enten im Französischen Garten. Die guten Taten sind allerdings zeitintensiv: Rund dreieinhalb Stunden täglich sind Stein und seine Frau mit dem Schneiden der Brote beschäftigt. Bei 20 verschiedenen Läden hat er im Dezember nachgefragt, ob er das Brot vom Vortag für die Tiere haben könne – die Resonanz sei sehr negativ gewesen: „Leider hat nur ein Geschäft zugesagt“, bedauert der Rentner.

Thönies und Stein würden sich beide über weiteres Engagement der Bürger freuen: „Jetzt können es die Tiere gebrauchen“, so der Rentner. Nur von einer Fütterung mit Fleischresten und Nudeln rät Thönies ab – Körner oder klein geschnittenes Brot seien das ideale Futter.

Tierheim Celle nicht mehr in Not: Nach Angaben von Roman Thönies hat sich die finanzielle Lage des Celler Tierheims verbessert. Nach dem Artikel in der CZ habe die Einrichtung viele Geldspenden erhalten, mit denen der Fortbestand „hoffentlich gesichert ist“.

Von Christian Uthoff