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Celle Stadt Entwicklungskonzept: Stadt nimmt Wohnen in Angriff
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Entwicklungskonzept: Stadt nimmt Wohnen in Angriff
15:42 03.02.2012
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Stadtbaurat Matthias Hardinghaus machte eingangs der Sitzung deutlich, dass ein Entwicklungskonzept Wohnen nahtlos in die Reihe der bisherigen Konzepte Einzelhandel, Gewerbe und Mobilität passe. „Damit hätten wir die vier Klassiker der Stadtentwicklung beieinander“, so Hardinghaus. Mit einem solchen Konzept an der Hand könne man auch sehr gut die Folgen der demografischen Entwicklung bearbeiten.

Für Hardinghaus greife jedoch die Wohnungsmarktprognose der Gewos zu kurz. „Sie ist ein wichtiger Fingerzeig, dass wir schon vieles richtig machen und uns auf dem richtigen Weg befinden. Aber die Prognose der Gewos macht in erster Linie quantitative Aussagen“, meinte Hardinghaus. Der genaue Blick auf die qualitativen Aspekte des Wohnungsmarktes fehle. Zudem fehle ein konzeptioneller Ansatz. Daher möchte man im Neuen Rathaus gerne 45.000 Euro von der Politik bewilligt bekommen, um eine Firma mit der Erstellung eines Stadtentwicklungskonzeptes Wohnen zu beauftragen.

Es war genau diese Summe, die Kritik seitens der Politik hervorrief. Der gerade erschienene Bericht der Gewos kam da für die Stadtverwaltung eher zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Den Ausschussmitgliedern leuchtete nicht ein, warum man nicht einfach die Gewos-Ausarbeitung heranziehen könne. „Die Wohnungsmarktprognose ist doch ausreichend, um den Wohnungsmarkt beurteilen zu können“, befand etwa Jürgen Rentsch, Fraktionsvorsitzender der FDP. Auch WG-Fraktionsvorsitzender Torsten Schoeps hatte in dem Werk der Gewos „gute Handlungsansätze“ gefunden. Ansonsten regele der Markt „es“ doch schon.

„Der Markt produziert auch Leerstände“, hielt Hardinghaus dem entgegen. Und Stadtplaner Wolfgang Schucht hatte noch ein weiteres Argument parat. „Es gibt 10.000 Einpendler nach Celle. Das ist ein großes Potenzial für die Stadt“, so Schucht. Dazu müsse man allerdings mehr über deren Wohnansprüche wissen.

Letztlich waren es vor allem die CDU und die FDP, die einer eigenen Untersuchung das Wort redeten. „Wir müssen Einzelfragen analysieren lassen. Aber es muss billiger gehen“, so CDU-Ratsherr Michael Bischoff, dem 20.000 bis 25.000 Euro für das Gutachten vorschweben.