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Celle Stadt Erbschaft hilft Naturschutz im Celler Land
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Erbschaft hilft Naturschutz im Celler Land
18:08 12.09.2017
Quelle: Anne Friesenborg
Celle Stadt

Die Liste der Projekte ist lang: Krötenzäune wurden angeschafft, in Meißendorf wurde eine Mehlschwalbensiedlung errichtet, in Unterlüß ein Insektenhotel geschaffen, bei Adelheidsdorf eine Orchideenwiese gepflegt und in Nienhof ein Trafoturm in ein Tierhotel verwandelt. Die Ideen kommen in der Regel von Nabu-Ortsgruppen, doch auch Privatpersonen können sich um Fördermittel bei der Stiftung bewerben. "Die örtliche Nabu-Gruppe muss das Vorhaben aber als sinnvoll und geeignet absegnen", sagt der Stiftungs-Vorsitzende Kaiser über den Bewerbungsprozess.

So soll sichergestellt werden, dass die Projekte auch den Zielen der Stiftungssatzung entsprechen. Diese stellt den Schutz und die Entwicklung der Lebensräume für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt sowie das Heranführen von Menschen an den Natur- und Umweltschutz in den Mittelpunkt. Ein Beispiel für letzteres ist ein Projekt auf Nabu Gut Sunder, das die Stiftung in diesem Jahr unterstützt: Mithilfe einer Sprunggrube soll verdeutlicht werden, wie weit verschiedene Tiere springen können. Besucher sollen sich im Weitsprung messen und vergleichen, mit welchem Lebewesen sie gleichauf liegen würden. "Das Projekt dient der Umweltbildung und soll die Fähigkeiten der Tiere veranschaulichen", sagt Kaiser.

Bis zum 31. Dezember jedes Jahres können Anträge auf Projektförderung bei der Naturschutzstiftung gestellt werden. Im neuen Jahr entscheidet dann der Vorstand über die Anträge. Wichtige Bedingung: Die Projekte müssen im Celler Land verwirklicht werden. Bei ihrer Entscheidung berücksichtigen die drei Vorstandmitglieder neben formalen Aspekten auch, ob ein möglichst großer positiver Effekt für die Tier- und Pflanzenwelt erzielt wird. "Wir unterscheiden nach Qualität der Projekte", sagt der 54-jährige Vorsitzende. "Bisher ist es nur ganz selten vorgekommen, dass wir Projekte ablehnen mussten." Wenn sei dies dem Umstand geschuldet gewesen, dass die finanziellen Mittel erschöpft waren.

Das Stiftungskapital wird wie üblich nicht angetastet. Das Geld für die Projekte liefern die Erträge. "Das Ursprungskapital ist um rund ein Drittel gewachsen, weil auch andere Menschen die Stiftung sinnvoll finden", erzählt Kaiser. Angesichts der derzeit niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt seien diese Zustiftungen besonders wichtig, damit die Stiftung handlungsfähig bleibt.

Noch etwas mehr als drei Monate bleiben Naturfreunden, um bei der Naturschutzstiftung, Am Amtshof 18, in Beedenbostel Anträge für Projektideen einzureichen. Wem das zu knapp ist, der kann es im nächsten Jahr versuchen. "Die Stiftung ist auf Unendlichkeit angelegt", sagt Kaiser.

Von Amelie Thiemann