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Celle Stadt Erhöhte Zeckengefahr im Kreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Erhöhte Zeckengefahr im Kreis Celle
18:03 23.06.2017
Zecken lauern besonders gern im hohen Gras, um sich dann auf ihre Opfer fallen zu lassen.  Quelle: Pfizer Deutschland
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Die Sonne scheint und die ahnungslose Beute begibt sich ins Grüne. Hier wird der lautlose Jäger zuschlagen. Ehe man sich versieht, labt er sich am Blut seiner Beute: Die Zecke hat zugestochen. Trotz des erhöhten Zeckenaufkommens bestehe jedoch kein Grund zur Panik, erklärt Professor Martin Kirschstein vom AKH Celle. „Zeckenbisse sind gut behandelbar.“

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sei die von Zecken übertragene Borreliose eine Infektionskrankheit wie viele, die sich mit Medikamenten heilen ließe. „Die Angst davor stammt wahrscheinlich noch aus der Vergangenheit, als wir keine passenden Antibiotika hatten.“ Auch vor der durch Zecken verbreiteten Frühsommer-Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung) müssen sich die Celler nicht fürchten. „Die gibt es hier nicht“, sagt Kirschstein. In den letzten Jahren sei ihm nur ein Fall bekannt, der hier behandelt wurde und „der war importiert“. Der Landkreis Celle berichtet von drei Erkrankungen, die seit 2001 in Celle gemeldet wurden. Borreliose trete hingegen in etwa fünf bis zehn Fällen im Jahr auf, sagt Kirschstein. Alles Zahlen, die keinen Grund zur Panik darstellen, so der Mediziner. Außerdem gehöre die Region – wie der gesamte Norden Deutschlands – nicht zu den Risikogebieten. Anders sieht es im Süden aus. Dennoch sei auch hier die nötige Vorsicht geboten.

Wer das Pech hat und einen der kleinen Krabbler beim Blutsaugen erwischt, für den gilt: Ruhe bewahren. Denn nicht jeder Zeckenstich hat auch eine Infektion zur Folge. In Niedersachsen sind etwa 30 Prozent aller Zecken mit Borrelien infiziert. Außerdem bleibe nach dem Stich ein Zeitfenster von etwa zehn bis zwölf Stunden – so lange dauert es, bis die Bakterien übertragen seien. Wird die Zecke vorher entfernt, kann eine Infektion vermieden werden. Deshalb ist es ratsam, sich nach längerer Zeit in der Natur nach Zecken abzusuchen. Kirschstein denkt dabei vor allem an Kinder, die zum Beispiel einen Waldkindergarten besuchen. Aber auch Erwachsene, die sich für längere Zeit ins hohe Gras legen, sollten danach achtsam sein. „Man kann sich hier ein Beispiel an der Natur nehmen und von den Affen lernen. Die suchen sich gegenseitig nach Parasiten ab."