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Celle Stadt Erlebnispfad ist vom Tisch
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Erlebnispfad ist vom Tisch
15:06 18.06.2012
Von Oliver Gatz
Im vorderen Bereich der Triftanlagen zur Stadtmitte hin soll es drei bis vier freistehende Exponate geben. Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Wer Touristen anlocken will, muss seine Besonderheiten herausstellen. Celle ist über seine Grenzen hinaus bekannt für seine malerische Altstadt, das Schloss und das Landgestüt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Residenzstadt über namhafte Unternehmen aus der Bohrindustrie verfügt, die in der Geothermieforschung aktiv sind – einem Markt mit Zukunft.

Diese geballte Kompetenz wollte die Stadt mit einem Erlebnispfad verdeutlichen. Er sollte von Plätzen in der Innenstadt über die Triftanlagen zur Deutschen Bohrmeisterschule führen. Doch dieses Konzept ist verworfen worden. Nun soll es ein Geothermie-„Park" werden, wie es Erste Stadträtin und Vorsitzende des GeoEnergy-Netzwerkes Susanne Schmitt formuliert.

Den neuen Planungen zufolge wird es im vorderen Bereich der Triftanlagen zur Stadtmitte hin drei bis vier freistehende Exponate geben, die von der Industrie gesponsert werden. Hinzu kommt ein Ausstellungsraum in der Deutschen Bohrmeisterschule mit mehreren Modellen zum Thema Geothermie. Beide Standorte sollen im Spätsommer eröffnet werden.

Von dem Konzept eines Pfades mit mehreren Stationen hat sich die Stadt verabschiedet. Ein Grund ist der Denkmalschutz. „Wir sehen da eine gewisse Schwierigkeit mit der Verträglichkeit", erläutert Schmitt. Zum anderen lenke die Altstadt die Passanten und Touristen von den technischen Geothermie-Exponaten ab. „Es gibt dort eine zu starke Vermischung von unterschiedlichen Themen, die nicht zusammenpassen", so die Stadträtin.

Dass das ursprüngliche Konzept verworfen worden sei, habe keine finanziellen Gründe, betont Schmitt. An der Finanzierung habe sich nichts geändert. Das Vorhaben wird im Rahmen des Clustermanagements für Bohrtechnik und Geothermie von der Europäischen Union zu 75 Prozent mit Ziel-1-Mitteln gefördert. Neun Prozent der Kosten trägt der Verein GeoEnergy, 16 Prozent die Stadt. Für den ersten Entwurf waren städtische Kosten in Höhe von 29.600 Euro veranschlagt worden.

Dieser sah Stationen im Bereich Stechbahn/Schlossplatz, an der Stadtbibliothek, am Thaers Wirtshaus und in den Triftanlagen vor. Als Exponate waren ein kunstvoll gestalteter Heizkörper, eine vier Meter hohe Bohrlochverflanschung, Bohrwerkzeuge und mehrere Stelen im Gespräch. In der Bohrmeisterschule war unter anderem eine Medienwand mit fachbezogenen Filmen, die der Benutzer selbst auswählen kann, geplant. Von dort aus sollte auf das Erdölmuseum in Wietze verwiesen werden. Zudem sollte es für sämtliche Außenstationen zweisprachige Informationstafeln und ein Beleuchtungskonzept geben.

Schmitt betrachtet das Projekt als wichtigen Baustein im Celler Stadtmarketing. Die Geschichte der Stadt sei maßgeblich durch Firmen aus der Bohrindsutrie geprägt worden. Rund die Hälfte der Gewerbesteuereinnahmen kämen aus diesem Bereich.