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Celle Stadt Erleichterung nach OVG-Urteil zu Celler Ostumgehung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Erleichterung nach OVG-Urteil zu Celler Ostumgehung
16:44 24.04.2016
Von Michael Ende
Vorerst müssen Autofahrer bei Altencelle noch von der„unvollendeten“ Ostumgehung abfahren. In möglichstnaher Zukunft soll es hier Richtung Aller weiter gehen. Quelle: Sebastian Gollnow
Celle Stadt

Nicht rundherum zufrieden zeigte sich der Celler SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt: „Erneut ein Rückschlag: Vom Gericht ist eine Entscheidung getroffen worden, die uns in Celle erneut warten lässt.“ Die Landesregierung stehe „in den Startlöchern, um endlich weiterzubauen und die Ostumgehung zu vollenden“. Der Bau des dritten Abschnitts sei nach dem Gerichtsurteil allerdings vorerst gestoppt: „Wichtig ist: Nach der Entscheidung ist der Planfeststellungsbeschluss nicht gekippt, sondern zunächst als nicht vollziehbar erachtet worden. Es sind Nachbesserungen nötig, um den Artenschutz zu gewährleisten. Über manche Begründung in dem Urteil kann man nur den Kopf schütteln, aber es hilft nichts.“

Schmidt begrüßt, dass Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) umgehend erklärt habe, dass es Ziel der Landesregierung sei, bis Ende des Jahres Baurecht zu erhalten: „Hieran muss mit aller Kraft gearbeitet werden. Wir in Celle sind nicht bereit, beim Vorhaben einer vollständigen Ostumgehung für unsere Stadt zurückzustecken – im Gegenteil, jetzt muss nachgearbeitet werden, die Umgehung muss am Ende kommen, wir wollen endlich weiterbauen.“

„Genau: Das Land muss jetzt am Ball bleiben“, fordert auch der Celler CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Adasch, der nach der mehrtägigen „Zitterpartie“ vor dem OVG gestern beonders eines war: „erleichtert!“

„Ich hatte mir etwas anderes – nämlich einen Erfolg ohne Wenn und Aber – gewünscht, doch nun bin ich froh, dass wir einen wichtigen Schritt weiter sind“, so die Celler SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann. Ihr Celler Kollege Henning Otte (CDU) sieht die OVG-Entscheidung als ein „wichtiges Signal“. Mit den weiteren Auflagen müsse man leben. Diese gelte es so schnell wie möglich abzuarbeiten. Wichtig sei nun, dass zum einen das Land den Willen habe, das Projekt möglichst schnell umzusetzen, also den sofortigen Vollzug nutze, so wie es die unionsgeführte Landesregierung beim vorigen Abschnitt getan habe: „Das Geld des Bundes steht bereit. Dies wurde von Seiten des Bundesverkehrsministeriums immer wieder betont.“

“Bei allen denkbaren Varianten einer Gerichtsentscheidung ist das Ergebnis akzeptabel. Mit einem Durchmarsch hatte ich nach der langen Verhandlung und intensiven Beratung nicht mehr gerechnet“, sagt Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD). Insgesamt sei es ein Urteil, mit dem sowohl die Stadt als auch der Landkreis „gut leben“ könnten: „Ich habe bereits mit Wirtschaftsminister Olaf Lies telefoniert, der mir sagte, dass er davon ausgeht, noch bis Ende des Jahres rechtssicheres Planungsrecht zu schaffen.“

„Die Planungen müssen jetzt schnellstmöglich nach den Vorgaben des Gerichtes angepasst werden. Derzeit leiden die Anwohner in den betroffenen Bereichen der Stadt Celle unter der Verkehrsbelastung und dem Lärm. Und auch die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt wird gebremst“, so der Celler FDP-Landtagsabgeordnete Jörg Bode: „Ich hoffe, dass die Grünen endlich ihren Widerstand aufgeben und die Nachbesserung nicht erneut durch Prozesse verzögern.“

Die Celler Grünen scheinen sich mit dem vom OVG vorgegebenen Kurs abgefunden zu haben. „Wir akzeptieren das gesprochene Urteil. Die Planungen müssen nun zügig angestoßen werden, um die unerträgliche Situation in Altencelle und in der Blumlage zu beseitigen“, so der Ratsfraktionsvorsitzende Bernd Zobel.