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Celle Stadt Erneuerbare Energien: Plan erfüllt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Erneuerbare Energien: Plan erfüllt
11:55 13.06.2012
Grafik 2011 - Quelle: Joachim Gries
Celle Stadt

54,13 Prozent des Strombedarfs im Landkreis Celle wurden im vergangenen Jahr durch erneuerbare Energien aus der Region abgedeckt. Das geht aus dem Erneuerbare-Energien-Bericht 2011 hervor, den die SVO Energie jetzt vorlegte. Damit hat der Celler Raum bereits jetzt erreicht, was die Bundesregierung erst für 2030 anpeilt: Dann soll der Strombedarf zu 50 Prozent aus regenerativen Quellen gedeckt werden. Über 416 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom aus Biogas- und Photovoltaikanlagen, aus Wind- und Wasserkraftwerken im Landkreis wurden 2011 in das Netz der SVO eingespeist, im Jahr zuvor waren es 305 Millionen kWh. Das ist eine kräftige Steigerung von rund 36 Prozent.

„Bei uns dominiert Biogas“, sagt SVO-Sprecher Ralf Horst mit Blick auf das gesamte SVO-Stromnetz, das neben dem Landkreis Celle auch den Landkreis Uelzen sowie Teile des Heidekreises und der Landkreise Gifhorn und Lüchow-Dannenberg versorgt. Danach liegt der Stromanteil aus Biogasanlagen bei rund 60 Prozent. Wind trägt zu rund 35 Prozent bei, Photovoltaikanlagen 5,5 Prozent, den Rest lieferten Wasserkraftwerke.

Allein im Landkreis Celle stammten 2011 über 53 Prozent der lokalen Stromeinspeisung - rund 222 Millionen kWh, aus 103 Biogasanlagen. 2010 hatten 62 Biogasanlagen knapp 172 Millionen KWh oder 56 Prozent des Stroms erzeugt. 64 Windkraftanlagen, drei mehr als im Jahr zuvor, steuerten 41,5 Prozent des Stroms bei. Die Zahl der Photovoltaikanlagen im Landkreis Celle stieg von 1113 im Jahr 2010 kräftig auf 1802 im vergangenen Jahr. Die Sonne steuerte mit 17,23 Millionen kWh 4,14 Prozent des eingespeisten Stroms bei, ein Jahr zuvor waren es 2,94 Prozent. Und auch im vergangenen halben Jahr ist die Zahl der Photovoltaikanlagen nach Angaben von Horst weiter kräftig gestiegen.

Bei der Betrachtung einzelner Kommunen liegt der Bereich der Samtgemeinde Lachendorf weiter an der Spitze. Rein rechnerisch wurden dort 370 Prozent des lokalen Stromverbrauchs produziert. Zu 139 Millionen kWh steuerten die 25 Windkraftanlagen fast 84 Millionen kWh bei, die 24 Biogasanlagen 53,6 Millionen kWh. Mit 223 Prozent Einspeisung ebenfalls deutlich über dem Verbrauch lag der Bereich der Samtgemeinde Eschede.

Die Energiewende hat ihren Preis, das räumt auch Horst ein. Er geht davon aus, dass die EEG-Umlage (EEG = Erneuerbare-Energien-Gesetz) von zurzeit 3,592 Cent netto pro kWh im kommenden Jahr auf 4,5 bis 5 Prozent steigen wird. 2011 betrug nach seinen Angaben der Staatsanteil am Strompreis - Umsatzsteuer, EEG-Umlage, Stromsteuer und Konzessionsabgabe - bereits 46 Prozent der Gesamtkosten für den Privatkunden. „Als Energieversorger sind wir bei der Energiewende dabei. Es geht um den großen Spagat wie wir das bezahlen sollen“, sagt der SVO-Sprecher.

Die steigende Zahl von Stromanbietern bedeutet für die SVO Investitionen in Leistungen und Trafostationen. Zwölf Millionen Euro sollen dafür in den kommenden zwei bis drei Jahren ausgegeben werden.

Von Joachim Gries