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Celle Stadt Erneuter Streit um Ausgrenzung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Erneuter Streit um Ausgrenzung
17:03 02.07.2014
Celle Stadt

Um Fleisch- und Wurstwaren ging es nicht in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und ländlichen Raum – auch wenn der Grüne Gerald Sommer in die Diskussion um die neuerliche Ausgrenzung von Teilflächen aus dem Landschaftsschutzgebiet „Südheide“ neben dem seit Jahren von der SPD für diese Vorgehensweise verwendeten Begriff „Salamitaktik“ die Bezeichnung Filetstück einbrachte. Ein solches seien die 16,1 Hektar, die zur Erweiterung des Ferienparks „Heidesee“ aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgeschnitten würden. Sommer kündigte ein deutliches Nein der Grünen an, tatsächlich wurde bis zur Abstimmung über den Tagesordnungspunkt lebhaft diskutiert.

„Wir begrüßen die Entscheidung des Investors“, sagte Rolf Meyer (SPD), schränkte allerdings ein, dass die ökologischen Aspekte außer Acht gelassen würden. „Es ist eine Entscheidung nur wieder für die Ökonomie“, stellte der Sozialdemokrat fest und fragte, ob tatsächlich Ausgleichsflächen zur Verfügung stünden.

Adolf Krause (CDU) räumte ein, dass die ökologischen Argumente nicht gänzlich vom Tisch zu wischen seien. Im Vordergrund stehe aber die Entwicklung im Nordkreis, der Rat der Gemeinde Faßberg habe den Beschluss einstimmig gefasst und bei der CDU-Fraktion habe sich auch niemand gemeldet, der gegen die Pläne sei. 16,1 Hektar seien eine gewaltige Fläche räumte Krause ein, meinte aber: „Es kann vielleicht hinterher schöner aussehen.“

Es werde ein ökologisch hochwertiges Gebiet in Mitleidenschaft gezogen, sagte Manuela von Butler (SPD). Auch wenn mit den Ausgleichsmaßnahmen die gesetzlichen Vorgaben erfüllt seien, müsse festgestellt werden, dass das Landschaftsschutzgebiet schrumpfe. „Es sollte in ursprünglicher Größe erhalten bleiben“, forderte von Butler.

Zu Wort kam auch Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl, der ebenso wie die Investoren die Diskussion verfolgte. „Wir haben unseren Teil getan“, sagte Bröhl und sprach von 45 Hektar Ausgleichsfläche, von denen 25 Hektar begutachtet seien. Ob diese Flächen zum Landschaftsschutzgebiet passten, könne er derzeit nicht sagen, meinte Kreisdezernent Gerald Höhl und zog sich damit die Kritik von Rolf Meyer zu. „Warum weiß der Landkreis nicht, um welche Flächen es geht, das wundert mich jetzt aber.“ Seine Parteikollegin Annette von Pogrell legte nach und meinte: „Es wird ganz offensichtlich, dass Sie kein Interesse an der Lösung haben.“ Das Umweltamt des Landkreises habe ausdrücklich bestätigt, dass es sich um eine wertvolle Fläche handle.

Die Positionen blieben unversöhnlich, bei zehn Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und einer Enthaltung fand die Vorlage der Verwaltung eine deutliche Mehrheit. Bei der Abstimmung über die Ausgrenzung für die Erweiterung der Biogasanlage in Weesen hatten zuvor zehn Ausschussmitglieder dafür gestimmt, es gab zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen. Ulrich Kaiser (WG) hatte festgestellt, dass alle den ländlichen Raum stärken wollten. Es werde nüchtern geschaut und dann entschieden.

Von Joachim Gries