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Celle Stadt Celler Verwaltung: Lieber Fahrrad- als Autostadt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Verwaltung: Lieber Fahrrad- als Autostadt
18:22 06.02.2019
Von Dagny Siebke
Sowohl FDP als auch AfD haben bereits die Idee aufgegriffen, den Autofahrern mit Einführung der gebührenfreien „ersten Parkzeit“ den Einkauf in der Altstadt so angenehm wie möglich zu machen. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

60 Minuten kostenfrei parken: Was für Autofahrer charmant klingt, löst bei Stadtverwaltungen Kopfschütteln aus. Sowohl FDP als auch AfD haben bereits die Idee aufgegriffen, den Autofahrern mit Einführung der gebührenfreien „ersten Parkzeit“ den Einkauf in der Altstadt so angenehm wie möglich zu machen. Vor mehr als zwei Jahren hat der Verwaltungsausschuss die Stadt Celle beauftragt, Erfahrungswerte aus anderen Städten einzuholen. Diese Umfrageergebnisse liegen nun dem städtischen Ausschuss für Umwelt, Verkehr und technische Dienste vor und werden in der Sitzung am Donnerstag, 7. Februar, um 17 Uhr in der Alten Exerzierhalle diskutiert.

Vonseiten der Straßenverkehrsabteilung der Stadt Celle sind diverse andere Kommunen angeschrieben worden. An der Umfrage haben sich 20 Städte beteiligt, lediglich vier davon arbeiten mit einer gebührenfreien „ersten Parkzeit“. Nämlich: Hameln mit vier Automaten, Vechta mit elf Automaten, Winsen/Luhe mit neun und Oldenburg mit zwei Automaten. Die übrigen 16 Städte haben auf Einführung dieser Parkermäßigung aus unterschiedlichen Gründen verzichtet. Aufgezählt werden unter anderem finanzielle Einbußen, teure technische Nachrüstungen und der erhöhte Kontrollaufwand. Laut Umfrage blieb zudem die erhoffte Belebung und Umsatzsteigerung der umliegenden Geschäfte aus.

Einnahmeverlust von jährlich 90.000 Euro

Stadtbaurat Ulrich Kinder erläutert: „Die Belebung des innerstädtischen Einzelhandels wird in der Regel nicht durch die kostenlose Bereitstellung von Kurzzeitparkplätzen, sondern ausschließlich im Rahmen der jeweiligen Konjunkturbedingungen und vor allem über die Attraktivität und die Servicebereitschaft des Einzelhandels erzielt.“ Städte könnten Einzelhändler unterstützen, das Parkplatzangebot zu verbessern und dieses noch bekannter zu machen. „Ein gutes Parkangebot kostet auch Parkgebühren und wird in der Regel von der Kundschaft akzeptiert“, so Kinder.

Momentan zahlt die Kundschaft in Celle für 10 Minuten Parkzeit 30 Cent, die maximale Höchstparkdauer beträgt eine Stunde an den Parkautomaten im „Inneren Ring“. Die Einführung der gebührenfreien „Ersten Parkzeit“ im Inneren Ring würde für die Stadt Celle jährliche Einnahmeverluste von zirka 10 Prozent, umgerechnet 90.000 Euro, bedeuten, rechnet Stadtbaurat Kinder vor. Neben den Umsatzeinbußen für den Stadthaushalt wirke sich die gebührenfreie „Erste Parkzeit“ vor allem dahin gehend negativ aus, dass die Leute noch weniger Zeit für Blicke in verschiedene Läden hätten, stattdessen schnellen Schrittes durch die Straßen liefen, um zu vermeiden, dass sich das Gratisticket in ein Knöllchen verwandele.

Nutzung des ÖPNV wäre wünschenswert

Stadtbaurat Kinder betont: „Die Einführung der gebührenfreien ‚Ersten Parkzeit‘ fördert den Individualverkehr, wünschenswert wäre die Beförderung durch den ÖPNV.“ Die Diskussion um Dieselfahrzeuge und den Ausschluss dieser Fahrzeuge aus Innenstädten sei hochaktuell. Das Angebot des kostenlosen Parkens, auch nur für einen kurzen Zeitraum, gebe Anreiz, die Innenstadt mit dem Pkw anzufahren. „Dies führt unweigerlich zu Parksuch- und Kurzstreckenverkehr, der die Innenstadt eher lähmt als fördert. Die Idee des nicht motorisierten Individualverkehrs sollte vielmehr angeschoben werden, schließlich hat sich die Stadt Celle zum Ziel gesetzt, Fahrradstadt zu werden.“

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