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Celle Stadt Erstmals ein Ort für Literatur
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Erstmals ein Ort für Literatur
13:07 07.12.2011
Erˆffnung des Dichterraums im MuseumscafÈ - v.l.: Oskar Ansull, Elke Haas (Bibliotheksgesellschaft), Hermann Wiedenroth Quelle: Aneka Schult
Celle Stadt

„Wozu einen Dichterraum Celle?“ und „Was will die Bibliotheksgesellschaft mit diesem Dichterraum beginnen?“ fragte sie und antwortete: Celle ehre, wie andere Städte, Autoren durch Straßen und Plätze. „Warum sollte man aber nicht in einem öffentlichen Raum Schriftsteller versammeln und würdigen, die einen Bezug zu Celle hatten oder haben?“ So wurden 25 dieser überregional bekannten Autoren im neuen Dichterraum zusammengeführt. Die Besucher lesen deren kalligrafisch gestalteten Namen, finden eins ihrer Werke als Leseexemplar, demnächst auch ihre Vita, sowie Zitate. Die ehrenamtlich tätige Bibliotheksgesellschaft nun unterstützt Bibliotheken und fördert das Lesen. „Mit dem Dichterraum Celle geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung“, so Haas. Es gebe in Celle zwar leider kein Literaturhaus, aber der schön gestaltete Raum mit dem Thema „Dichter und Celle“ werde den Anlass für Lesungen und Rezitationen geben. „Das Programm ist gesetzt, von Johann Arnd bis Bekim Morina, mit Leisewitz und Schiller“.

Oskar Ansull, der glücklich über die Eröffnung über beschränkte und offene Räume á la Faust sinnierte, ergänzte: „Dies soll ein Ort sein, der einlädt, sich den Literaten des Celler Landes zu nähern. Ich kenne keinen derartigen Dichterraum in der deutschen Literaturszene. Er gibt zum ersten Mal in dieser Stadt der Literatur einen Ort, neben dem Celler Schlosstheater.“

Hermann Wiedenroth, Herausgeber und Rezitator aus Bargfeld, weihte anschließend mit fünf Dichtern, die literarische Bilder von Celle malten, den Dichteraum würdig ein. Er las Auszüge aus dem Briefwechsel Heinrich Christian Boies mit Luise Mejer mit Bezug zu Celle und Goethes Lotte, von Ernst Schulze das Gedicht „Celle“ sowie aus einem Brief an Hofrätin Tychen in Göttingen von der Feierfreude der Celler. Mit Otto Erich Hartleben begab er sich ins Jahr 1885 und natürlich gab es etwas Löns. „In den alten Straßen von Celle“ erheiterte als Stillleben feiner Beobachtungen. Da heißt es: „Celle ist eine von den Städten, die man niemals um ihrer selbst willen aufsucht...“ Und: „Wie schön könnte Celle sein, wenn der Teufel nicht die graue Ölfarbe erfunden hätte.“ Wiedenroth endete mit dem Gast-Dichter Juris Zvirgzdins aus Riga und Zeilen „darüber, wie ich in die kleine niedersächsische Stadt Celle gekommen bin“, der gar das Museumscafé erwähnt.

Die Gäste genossen den stimmungsfrohen Anfang, wünschend, dass er erquickende Früchte trägt. Lothar Haas erfreut: „Der Dichterraum ist gut für das Café und gut für die Gäste, die neben Kaffee und Kuchen noch etwas für den Kopf mitnehmen.“

Weiter sind Lesungen von Manfred Hausin und Karl Friedrich Goedeke, Begründer der deutschen Literaturgeschichte, geplant.

Von Aneka Schult