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Celle Stadt Erwartungen nicht erfüllt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Erwartungen nicht erfüllt
17:41 20.09.2018
Das Berlin Guitar Ensemble bei seinem Auftritt in der Garnisonkirche. Quelle: Kimberly Wojahn
Celle

Es war ein bisschen so wie in dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“: Im Vorfeld gab es große, sicher auch falsche Erwartungen. Dann blieb das Ensemble zu eingleisig beim „charakteristischen Teil des Repertoires“. Und letztlich bremsten Superlative wie welterfahren, anspruchsvoll und außergewöhnlich das Publikum aus, das zwischen Höflichkeit und vermeintlich eigenem Unverständnis am Platz verharrte, obwohl zunehmendes Kopfschütteln und halbherzig kurzer Applaus deutlich anzeigten, dass so mancher dieses Konzert gerne vorzeitig verlassen hätte.

Am Samstagnachmittag war das Berlin Guitar Ensemble in Celle auf der Durchreise zu Gast. Zu einem „besonderen Konzert mit 12 Gitarristen aus aller Welt“ war in die Garnisonkirche eingeladen worden. Besonders war es auch, allerdings offensichtlich anders, als ein Großteil der über 100 Zuhörer sich das vorgestellt hatte. Vielleicht hätte man vor dem Besuch auf den Teil der Programmankündigung, in dem von „teils improvisierten, teils selbst geschriebenen Gruppenkompositionen, bei denen eine Note oder ein Akkord von einem Spieler zum anderen weitergegeben wird“ gesprochen wurde, besser achten sollen. Die meisten hatten sich allerdings auf das „breit aufgestellte Repertoire mit Arrangements von Klassikern, Filmmusik und Rock- und Pop-Standards“ eingestellt und gefreut – und davon waren allenfalls Fragmente bedeutungsschwangere Düsternis, rockige Einstiegs-Riffs oder dahingaloppierende Lautmalereien zu erkennen.

Nun gehen fälschliche Erwartungen nicht immer auf Kosten der Künstler. Wenn allerdings so ausschließlich Innovatives präsentiert wird, dann geht man damit ein hohes Risiko ein. Die Strategie geht nämlich nur dann erfolgreich aus, wenn das Gebotene „angenehm“ überrascht. Hier war das größtenteils nicht der Fall. Der über lange Strecken gezogene, monotone Gleichklang – manchmal nur ein Pendeln zwischen zwei Noten – trieb zwar einen homogenen, ja stereotypen Rhythmus voran, blieb aber trotz darübergelegter improvisierter und „weitergegebener“ Zwischentöne, Klangwirbel und Geräusche flach und blass. Keine sich entwickelnden Harmonien, keine Verschmelzung, die herausgearbeitete Ecken und scharfen Kanten wieder glättet – so blieb den Ohren nur eine steinige Monotonie, eine Form mystischer Trance. Vielleicht war das Konzert für Celle ja einfach „zu modern“. Das deutliche Aufatmen vieler Besucher beim Verlassen der Kirche sprach eine eigene Sprache. Der untereinander hörbar ausgetauschte Unmut auch.

Von Doris Hennies

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