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Celle Stadt Europäische Wildkatze wohl auch im Celler Land zu Hause
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Europäische Wildkatze wohl auch im Celler Land zu Hause
18:47 14.12.2017
Eine Untersuchung hat Wildkatzen unter anderem auf dem Truppenübungsplatz Munster nachgewiesen. Quelle: Martin Schutt
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"Ich erhalte immer mal wieder Meldungen, dass eine Wildkatze im Landkreis Celle gesichtet wurde", sagt Knoop. "Diese halte ich durchaus für glaubwürdig." Sichtungen habe es im gesamten Landkreis verteilt gegeben, unter anderem an der Grenze zu Munster, im Flotwedel sowie an der Bundesstraße 191. Offizielle Nachweise, zum Beispiel anhand sogenannter Lockstöcke oder durch Aufnahmen von Wildkameras, fehlen für den Landkreis Celle bisher.

Zusammen mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und unterstützt durch die Niedersächsischen Landesforsten und weitere Naturschutzverbände hat der BUND-Landesverband 330 Lockstöcke im östlichen Niedersachsen aufgestellt. Die angerauten Holzpflöcke werden mit Baldrian besprüht und im Wald aufgestellt. Die Wildkatzen reiben sich an den Lockstöcken und hinterlassen dabei Haare am rauen Holz. Diese werden anschließend untersucht.

Wildkatzen-Sichtungen im Landkreis Celle seien "Zufallsbegegnungen", erzählt Knoop: "Die Tiere sind sehr heimlich." Autounfälle mit den Tieren hat es nach Informationen des Kreisjägermeisters noch nicht gegeben. Der scheue Mäusejäger ist größer und kraftvoller als die Hauskatze. Das Markenzeichen der Wildkatze ist ihr Schwanz: Er ist dick, relativ kurz, endet stumpf und weist drei schwarze Ringe auf.

Wildkatzen ziehen sich auf Bäume und in Verstecke zurück, um sich vor ihren natürlichen Feinden zu schützen. "Dazu zählen bei uns zum Beispiel der Wolf, der Adler und der Uhu", sagt Knoop. Zur Beute der Wildkatzen zählen Mäuse, Singvögel und Niederwild bis hin zu Rehkitzen. "Die Wildkatze ist ein gewisser Regulator, vor allem bei den Nagern", nennt Knoop als Vorteil einer Ansiedlung der Raubtiere. "Das Ökosystem ist durch sie breiter aufgestellt, aber das Niederwild ist sowieso schon gebeutelt." Es würde von einer größeren Wildkatzen-Population weiter bedrängt werden.

Einen großen Bestand an Wildkatzen habe es im Landkreis Celle nie gegeben, sagt Knoop, obwohl die Wälder als Lebensraum geeignet wären. Querungshilfen an viel befahrenen Straßen könnten eine Ansiedlung fördern, denn: "Straßen sind eine ernstzunehmende Bedrohung für die Wildkatzen."

Von Amelie Thiemann