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Celle Stadt Europäischer Kulturpreis: Ein Stückchen auch für Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Europäischer Kulturpreis: Ein Stückchen auch für Celle
12:54 07.10.2015
Überreichung des Europäischen Kulturpreises an Ludwig Güttler (links neben Kai Pflaume) als Vertreter des „Rufes aus Dresden“. Quelle: "Europäische Kulturstiftung Pro Europa/Holm Helis"
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Ermuntert durch die politische Wende 1989/90 trat am 12. Februar 1990, dem Vorabend des 45. Jahrestages der Zerstörung der Dresdner Frauenkirche, eine im November 1989 gegründete Bürgerinitiative mit dem „Ruf aus Dresden“ vor die internationale Presse. „Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass dieses einmalige und großartige Bauwerk Ruine bleiben soll“, begründeten die zunächst 22 Mitglieder ihren Aufruf zu einer weltweiten Aktion des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche zu einem „christlichen Weltfriedenszentrum im neuen Europa“. Gut 15 Jahre später war das scheinbar Unmögliche geschafft: Am 30. Oktober 2005 wurde die unter Verwendung sämtlicher verwertbarer Trümmerteile wieder aufgebaute Dresdner Frauenkirche eingeweiht.

In seiner Laudatio stellte Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf heraus, mit welcher Energie und Willensstärke die Initiative „Ruf aus Dresden“ den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche nicht nur initiiert, sondern mit weltweiter Hilfe von Freundeskreisen und Sponsoren trotz anfänglicher Widerstände aus Politik und Gesellschaft auch kontinuierlich vorangetrieben und schließlich realisiert hat. Als Güttler mit Tränen der Rührung in den Augen den Preis aus der Hand von Moderator Kai Pflaume entgegennahm, hob dieser vor einem Millionen-Fernsehpublikum explizit auch den Namen Sigrid Kühnemann hervor. Sie hat mit dem Celler Freundeskreis unermüdlich zur Finanzierung des Wiederaufbaus beigetragen, etwa durch die Benefizkonzertreihe „Sachsens Glanz im Celler Land“. „Ein Stückchen“ der vier Kilogramm schweren, einen Stier verkörpernden Bronzeskulptur – so war beim anschließenden Empfang zu vernehmen – habe sich Celle damit symbolisch verdient.

Von Rolf-Dieter Diehl