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Celle Stadt "Europas Houston" im Umbruch - Ungewisse Zukunft in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Europas Houston" im Umbruch - Ungewisse Zukunft in Celle
07:04 19.11.2014
Von Oliver Gatz
Halliburton übernimmt Baker Hughes für 34,6 Milliarden Dollar. Welche Folgen der Megadeal für Celle hat, ist offen. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Celle gilt als einer der wichtigsten Standorte des Erdölzulieferers Baker Hughes außerhalb der Vereinigten Staaten. Weit über zehn Millionen Euro investierte das Unternehmen hier im vergangenen Jahr. Der Großteil floss in den Bau des neuen Zentrums für Hochleistungselektronik, das Anfang November eingeweiht wurde. Dazu reiste eigens der Vorstandsvorsitzende Martin Craighead aus Houston an – eine Geste, die die Bedeutung des Celler Standortes für das US-Unternehmen unterstrich.

Wie es nach der angekündigten Übernahme durch den ebenfalls in Celle vertretenen Konkurrenten Halliburton weitergeht, ob der Baker-Standort gehalten oder möglicherweise Personal abgebaut wird, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Und daran wolle man sich nicht beteiligen, machte Michael Wilkens, Leiter der Celler Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, deutlich. „Wir haben keinen Einblick in einzelbetriebliche Entscheidungen“, sagt er.

Der Abschluss des Megadeals der Öl-Giganten ist für die zweite Jahreshälfte 2015 geplant. Halliburton übernimmt den kleineren Wettbewerber für 34,6 Milliarden Dollar in bar und Aktien. Das Zusammengehen der beiden Unternehmen, deren Geschäft sich erheblich überschneidet, macht beträchtliche Kosteneinsparungen möglich, mit deren Hilfe sie einen weiteren Preisverfall auf dem Ölmarkt abfedern wollen.

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) hofft, dass durch die Fusion der Standort Celle nicht leidet und dass sich beide Unternehmen in der Residenzstadt neu aufstellen. Und er hofft, dass es keine steuerlichen Nachteile für die Stadt geben wird. Denn Baker Hughes Inteq ist einer der bedeutendsten Steuerzahler.

Auch beim Land Niedersachsen setzt man auf die Zukunft des Celler Unternehmens mit seinen rund 1500 Mitarbeitern, das modernste computergesteuerte Untertagebohrsysteme und Messsysteme für die Förderung von Erdöl und Erdgas fertigt und entwickelt. So unterstützte die Landesregierung das neue Zentrum für Hochleistungselektronik mit gut einer Million Euro. „Die Beschäftigung hochqualifizierter Arbeitskräfte durch Baker Hughes Inteq hat zu einer Aufwertung Celles als Unternehmensstandort und zur Stärkung der gesamten Region beigetragen“, hatte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) bei der Übergabe des Förderbescheids gesagt.

Und bei der Eröffnung der neuen Fertigungsstätte vor wenigen Tagen betonte Joachim Oppelt, Direktor für externe Programme bei Baker Hughes: „Der Bau der Halle ist ein deutliches Signal für den Standort Celle, der die Entwicklung, Prüfung und Fertigung der elektronischen Komponenten maßgeblich als globale Aufgabe für Baker Hughes wahrnimmt.“ Ob dieses Signal auch in der Chefetage von Halliburton wahrgenommen wird, wird die Zukunft zeigen.