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Celle Stadt Ex-Celler schreibt auf Mallorca Roman über Nazi-Deutschland
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ex-Celler schreibt auf Mallorca Roman über Nazi-Deutschland
18:38 16.02.2010
Von Andreas Babel
Seband von Rheden und seine Frau Gräfin Irmintraut von der Schulenburg in ihrer Wohnung in Palma de Mallorca. Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Celle Stadt

Von 1985 bis 1993 lebte Seband von Rheden in Adelheidsdorf, wo seine Mutter, die ehemalige Reichsbäuerin Hildegard von Rheden 1987 im Alter von 91 Jahren starb. Diese hatte sich bis zum Kriegsende in den Dienst des NS-Staates gestellt. Bis 1998 lebte er dann in einer Wohnung in Celles Neustadt.

Jetzt hat von Rheden seinen ersten Roman veröffentlicht, der sich kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinander setzt. Seinen Wohnort wählt von Rheden stets mit Bedacht, nachdem er sein Familiengut in Rheden im Hildesheimer Land aus finanziellen Gründen räumen musste. In den Raum Celle zog er, weil am Oberlandesgericht die Prozesse liefen, die seine Angelegenheiten betrafen, wie er freimütig einräumt.

Nach Mallorca emigrierte er wegen des Klimas. Hier findet er die Ruhe, um Bücher zu schreiben. In Hamburg ließ sich der an Blasenkrebs Erkrankte vor Jahren erfolgreich operieren. Die anschließende sechsmonatige Rekonvaleszenten-Zeit auf der Insel nutzte er für die ersten schriftstellerischen Arbeiten.

Veröffentlicht worden ist indes nur der Roman „Du sollst nicht leben“. Er müsse die Herstellung selbst tragen und das koste so viel wie ein guter Mittelklassewagen, meint der Autor. Am 25. August dieses Jahres steht die diamantene Hochzeit an. Seine Frau erholt sich derzeit von einer Operation, die ebenfalls in Hamburg vorgenommen worden ist.

Bevor er den Sprung ins Autorendasein wagte, schickte von Rheden über 100 Auserwählten Vorabdrucke. Und da deren Kritiken nahezu uneingeschränkt positiv ausgefallen seien, entschloss er sich zur Veröffentlichung des Werks. Von Rheden schreibt bewusst in altertümelnder Sprache. Ob indes jemand vor 70 Jahren tatsächlich so gesprochen hat wie die Personen in seinem Roman, darf bezweifelt werden. Nur so viel zum Inhalt: Der Autor schildert, wie der junge Hermann Mönch jüdische Näherinnen beschäftigt und so vor dem sicheren Tod bewahrt.

Bezugsquelle: „Du sollst nicht leben“ von Seband von Rheden, Fischer & Fischer Medien, 280 Seiten, Taschenbuch, 14,80 Euro, ISBN 3-8301-1251-8.