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Celle Stadt „Exotische“ Teile der Moeck-Sammlung verlassen Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Exotische“ Teile der Moeck-Sammlung verlassen Celle
17:06 18.08.2010
Dudelsäcke aus der Sammlung Moeck werden jetzt in Lißberg ausgestellt Quelle: nicht zugewiesen
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Aus der ganzen Welt nach Celle und von dort aus weiter nach Lißberg – so lässt sich die Reiseroute von neun Dudelsäcken beschreiben, die nun in einem 1000-Seelen-Dörfchen in der Wetterau zu Füßen des Vogelsbergs ausgestellt sind. Zuvor zählten die Dudelsäcke zur Privatsammlung des verstorbenen Celler Musikinstrumentenbauers Hermann Moeck.

„Mein Vater hat nach Wohlgefallen Musikinstrumente gesammelt“, erinnert sich Sabine Haase-Moeck. „Er ist viel gereist und kam so an sehr interessante Stücke heran.“ Den Kern der Sammlung bildete stets eine große Zahl Flöten aus allen Teilen der Welt und auf eben diesen nicht der Öffentlichkeit zugänglichen Kern will Haase-Moeck die Instrumentensammlung nun wieder beschränken. „Einen Teil der Instrumente haben wir auch nach Göttingen gegeben“, sagt sie. Schon 1960 hatte die 1084 Exponate umfassende Sammlung von Hermann Johannes Moeck senior (1896 bis 1982) dort eine neue Heimat gefunden. „Dass die Dudelsäcke nun in Lißberg ausgestellt werden ist sehr schön. Bei uns waren sie dem Interessentenkreis schließlich nicht zugänglich.“

Obwohl Lißberg eher mit der Lupe auf der Landkarte zu suchen ist, befindet sich im dortigen Musikinstrumentenmuseum die weltgrößte Sammlung von Drehleiern und Dudelsäcken überhaupt. „Aktuell verfügen wir über rund 170 Exponate“, erklärt Kurt Racky vom Lißberger Museum. „Das wertvollste Stück ist ein Dudelsack mit Arbeiten aus Goldbrokat und Elfenbein aus dem 18. Jahrhundert. Solch ein Stück ist schon nicht mehr schätzbar.“ Die Moeck-Dudelsäcke aus Frankreich, Jugoslawien, Northumberland, Griechenland, der Sahara und Indien ergänzten die Sammlung auf wunderbare Weise.

„Gespielt werden die Dudelsäcke bei uns allerdings nicht“, so Racky. „Durch die Feuchtigkeit, die damit im Inneren entstünde, würden die Instrumente schnell anfangen zu schimmeln.“ Da das Museum seinen Exponaten nicht schaden wolle, habe es für Besucher einen ‘Probiertisch’ mit günstigen Dudelsäcken. „Wenn an denen etwas kaputt geht, dann macht das wenigstens nichts“, fügt Racky lachend hinzu.

Der Kontakt nach Celle sei über den Gründer des Musikinstrumentenmuseums entstanden. Kurt Reichmann habe Hermann Moeck persönlich gekannt und stets in den höchsten Tönen gelobt. Racky: „Dass das Museum durch diese alten Bande nun mit einer so edlen Spende von Sabine Haase-Moeck bedacht wird, macht uns stolz und wir sind froh, dass wir die ausgesucht schönen Instrumente bei uns dauerhaft präsentieren dürfen.“

Von Björn Schlüter