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Celle Stadt Fachwerkstadt neu interpretieren
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fachwerkstadt neu interpretieren
16:37 23.02.2010
Von Michael Ende
Celle Stadt

Eines sei ganz klar, sagt Celles Stadtbaurat Matthias Hardinghaus: Die geplante Altstadt-Galerie zwischen Bergstraße und Südwall, die Ende 2013 ihre Tore öffnen soll, dürfe „nichts von der Stange“ werden, kein Fremdkörper, der im Dunklen wie ein soeben in der Fachwerkstadt „gelandetes Raumschiff“ aussehe. Wie integriert man Moderne in historische Fachwerksubstanz? Eine Antwort auf diese Frage soll bereits am 18. Mai auf dem Tisch der Jury liegen, die entscheiden soll, welcher Entwurf des jetzt angelaufenen Architekten-Wettbewerbs zur Center-Gestaltung in die Realität umgesetzt werden soll. „Wir haben 15 Büros – darunter viele, die sich schon durch innovative Konzepte einen Namen gemacht haben – eingeladen, speziell auf die Celler Altstadt zugeschnittene Modelle zu entwerfen, und ich bin sicher, dass wir qualitativ hochwertige Ergebnisse zu sehen bekommen“, so Hardinghaus.

Auf künstliches, historisierendes Pseudo-Fachwerk wolle man gerne verzichten, so der Stadtbaurat. Die Architekten sollten mit der Fachwerkbauweise spielen: „Gemeint ist nicht traditionelles Holzfachwerk mit Ziegelausfachungen. Dieses Thema kann neu interpretiert und zu gänzlich neuen Lösungsansätzen führen. Erwartet wird eine Architektur, die die Altstadt-Galerie in einer zeitgemäßen, ausdrucksstarken Architektursprache darstellt, die nicht nach außen verschlossen wirkt sowie durch eine innovativ gegliederte Erscheinung in den Obergeschossen die Verträglichkeit der großen Baumasse zu ihrer Umgebung fördert und eine nachhaltige Verknüpfung energierelevanter Fassadenkonzepte mit zukunftsweisender Gebäudetechnik darlegt.“

Modelle im Maßstab 1:500 sollten erst die Jury überzeugen und später als Grundlage für eine Ratsentscheidung über den Center-Bau dienen, so Hardinghaus. Am 4. November soll der Rat den Satzungsbeschluss für den entsprechenden Bebauungsplan fällen.

„Harmonische“ Integration Knackpunkt des Wettbewerbs

Lichtkonzept: Die Anstrahlung der Fassaden und der Dachlandschaft soll zwar Akzente setzen, jedoch nicht die ganze Altstadt in den Schatten stellen.

Fassaden und Dachlandschaft: Historische Bau-Themen sollen in moderne Architektur integriert werden. Gefragt sind auch „kritische Auseinandersetzungen“ mit bestehenden Gestaltungsvorschriften.

Eingänge: Die Eingänge des Centers sollen „den Altstadtmaßstab wahren“ und gleichzeitig eine „subtile Signalwirkung“ ausstrahlen.

Straßenraum: Der öffentliche Raum soll in die Planungen mit einbezogen werden.

Denkmalsubstanz: Die „geschickte und harmonische Anbindung“ der Neubauten an Baudenkmale und das Altstadtensemble ist einer der Knackpunkte des Wettbewerbs.

Ökologie: Die Architektur soll auch unter ökologischen und sozialen Aspekten „nachhaltig“ sein.