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Celle Stadt Fahrgastbeirat in großer Sorge um ÖPNV
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fahrgastbeirat in großer Sorge um ÖPNV
16:28 13.02.2012
Von Heiko Hartung
Celle Stadt

In der beabsichtigten Fahrplanänderung des wirtschaftlich in Not geratenen Celler Nahverkehrsunternehmens CeBus steht den Bürgern „der wohl größte Einschnitt bei der ÖPNV-Versorgung ins Haus“. Zu diesem Urteil kommt der Celler Fahrgastbeirat (FGB). „Nicht nur die Reduzierung von Fahrten, sondern auch die Ausdünnung der Linien bewirken erdrutschartige Veränderungen zum Negativen“, sagt Bernd Skoda, Sprecher des vor gut einem Jahr ins Leben gerufenen Gremiums, zu dem unter anderem Vertreter der Lebenshilfe, des Sozialverbands VdK oder Schüler- und Elternvertreter, aber auch Vertreter von Stadt- und Kreisverwaltung gehören.

Lange Wege zur nächsten Bushaltestelle, weit gedehnte Taktzeiten und mancherorts überhaupt keine Versorgung stünden ins Haus – in der ÖPNV- Versorgung werde nichts mehr so sein wie es war. „Zum Beispiel müssen Fahrten zur Arbeitsstelle, zum Einkaufen oder Umsteigen auf den Schienenverkehr und andere mehr umorganisiert werden“, so Skoda. Ziel der geplanten Reduzierung des Leistungsumfangs ist es, den Gesamtkostenaufwand im hohen sechsstelligen Bereich zu senken. Das geht aus einer Vorlage des Kreis-Verkehrsausschusses hervor.

Laut Skoda hat der FGB, der sich alle fünf bis sechs Wochen trifft, gegenüber einem ersten Entwurf der CeBus bereits deutliche Abmilderungen erreicht. Trotzdem entsprächen die geplanten Einschnitte „in keiner Weise dem in weitgehendem Konsens gerade verabschiedeten Nahverkehrsplan für den Landkreis Celle“ und widersprächen eklatant der dort formulierten politischen Zielsetzung. Doch so wie der Nahverkehrsplan nur empfehlenden Charakter hat, kann auch der Fahrgastbeirat nur Ratschläge geben. Skoda: „Wir sind ein zahnloser Tiger – leider.“

Der FGB sieht das Heft des Handelns insbesondere beim Landkreis Celle als dem Träger des ÖPNV. Aber: „Da die anstehenden Veränderungen nicht zuletzt durch den Wegfall der jährlichen Ausgleichzahlungen der Stadt an die CeBUS verursacht sind, rufen wir zu entsprechendem Handeln auch die Stadt Celle auf“ ,so Skoda. Müßig sei es, darauf zu hoffen, dass nach Auslaufen der Linienkonzessionen für die CeBUS im Jahr 2015 durch Ausschreibung ein besseres Angebot erzielt werden kann. Skoda: „Aussitzen hilft nicht.“ Zu befürchten sei, dass in drei Jahren der Status Quo Grundlage ist und es viele Jahre braucht, den heutigen Stand wieder zu erlangen.

Skoda hat ein echtes „Horrorszenario“ vor Augen: „Sollten keine zusätzlichen Gelder bereitgestellt werden, liegt die alleinige Entscheidung über das Sparprogramm bei der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). Und die wird – so steht zu befürchten – dem Antrag der CeBus stattgeben.“