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Celle Stadt Fahrplan-Chaos: CeBus bessert nach
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fahrplan-Chaos: CeBus bessert nach
19:00 11.06.2012
Von Oliver Gatz
Sieht die Gestaltung des Fahrplans in Zukunft so aus? Quelle: Karikatur Ulrich Frassl
Celle Stadt

„Ja, wir haben uns die Fahrplanänderung auch anders vorgestellt“, räumt CeBus-Geschäftsführer Stefan Koschick ein. Nach der massiven Kritik in den vergangenen Tagen ist das Unternehmen derzeit nach eigenen Angaben „mit Hochdruck“ dabei, jede einzelne Beschwerde zu prüfen, Anregungen aufzugreifen und damit die Lage zu entschärfen.

Gestern haben die Entscheider des Unternehmens in einer Krisensitzung jede einzelne Nachricht unter die Lupe genommen. „Natürlich darf ein Bus nicht zwei Minuten vor Schulende schon abgefahren sein. Es hat handwerkliche Fehler gegeben, für die wir uns bei allen Betroffenen entschuldigen. Da nützt es auch nichts zu erklären, wie so etwas zustande kommt“, erklärte Koschick. „Hier werden wir schnellstmöglich Abhilfe schaffen.“

Das gehe leider nicht von heute auf morgen, heißt es bei der CeBus. Denn Fahrplanänderungen seien zustimmungspflichtig. Hier gebe es allerdings die Zusage vom Landkreis, zeitnah und unbürokratisch zu handeln, um eine schnelle Verbesserung zu gewährleisten.

Nach Angaben des Unternehmens sind sämtliche Mängel der vergangenen Woche erfasst und ausgewertet worden. Dabei handele es sich um alle Themen, die beim Unternehmen direkt aufgelaufen sind. Diese würden mit jenen Meldungen, die unter anderem beim Landkreis eingegangen sind, abgeglichen. In der laufenden Woche soll vor allem in Rücksprache mit den Schulen an der Umsetzung von Lösungen gearbeitet werden.

„Als privates Unternehmen ist CeBus aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen“, sagte Koschick weiter. „Allerdings haben wir das lange im Voraus auch in den politischen Gremien kommuniziert, nachdem bekannt war, dass es bei den geplanten finanziellen Streichungen bleibt und auch keine weiteren Mittel zur Verfügung standen.“ Eigentlich wären laut Koschick die Kürzungen noch massiver geworden, wenn nicht der Landkreis eine Mehrleistung bestellt hätte, die er aus Regionalisierungsmitteln finanziere.

Die CeBus weist darauf hin, dass die Stadt zehn Jahre lang den ÖPNV in der Stadt Celle vertraglich vereinbart finanziert habe. Dieser Vertrag lief Ende 2011 aus. Für die CeBus heißt das, dass seit dem 1. Januar erheblich weniger Gelder für den ÖPNV zur Verfügung stehen. Landkreis, Stadt und CeBus hätten in zahlreichen Gesprächen Lösungen gesucht, um das ÖPNV-Angebot in seiner ursprünglichen Form ganz beziehungsweise größtenteils zu bewahren, heißt es. Auf eigene Kosten habe das Unternehmen in den Monaten Januar bis April das alte Fahrplanangebot aufrecht erhalten, um Zeit für diese wichtige Diskussion zu gewähren.

Angesichts anhaltender Beschwerden über den neuen Busfahrplan hat Landrat Klaus Wiswe (CDU) die CeBus aufgefordert, die Mängel umgehend zu beseitigen. In einem Schreiben an die CeBus-Spitze bittet Wiswe die Geschäftsführer Jan Behrendt und Stefan Koschick „mit gebotenem Nachdruck", die entstandenen Probleme so schnell wie irgend möglich zu lösen. „Das hat oberste Priorität", betonte Wiswe.

Insbesondere dulde es keinen Aufschub, dass die CeBus die Unzulänglichkeiten bei der Schülerbeförderung abstelle und auf Dauer behebe. „CeBus ist als Dienstleisterin des Landkreises verpflichtet, kreisweit für eine reibungslos funktionierende Schülerbeförderung zu sorgen. Dieser Verpflichtung muss CeBus unverzüglich wieder gerecht werden", machte Wiswe deutlich.

Die Leistungseinschränkungen basierten auf dem Wegfall der jahrelangen Zuschüsse der Stadt Celle Ende 2011, erläuterte Wiswe. Die CeBus sei in ihren Bemühungen gescheitert, mit der Stadt eine Anschlusslösung zu vereinbaren. Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) habe den neuen CeBus-Fahrplänen ausdrücklich zugestimmt, so Wiswe. Der Landkreis hätte seine Zustimmung unter Bedenken erklärt und beschlossen, CeBus einen Zuschuss in Höhe von jährlich rund 200.000 Euro zu gewähren. Mit diesem Geld sollten besonders schwerwiegende Einschränkungen im ÖPNV im Stadtgebiet verhindert werden, führte der Landrat aus. Doch es bestehe offenbar „erheblicher Nachsteuerungsbedarf".

Mende begrüßt die von der CeBus angekündigten Nachbesserungen. Seine Amtskollegen im Landkreis hatte er zuvor per Mail zum Schulterschluss aufgefordert. Gemeinsam sollte auf die ÖPNV-Entscheidungsträger Landkreis und CeBus eingewirkt werden. „Das Bemühen scheint letztlich auch beim Landkreis angekommen zu sein“, freute sich Mende. Wie sonst sei es zu erklären, dass sich auch Wiswe selbst in einem Brief an die CeBus-Spitze für deutliche Verbesserungen stark mache, so der OB.

Mende wies erneut darauf hin, dass die Stadt allein hier keine Entscheidung herbeiführen könne, da sie in Bezug auf Netz- und Linienänderungen lediglich ein Anhörungsrecht habe. Die neuen Fahrpläne habe zudem nicht der Oberbürgermeister in Person, sondern der Verwaltungsausschuss der Stadt Celle mehrheitlich beschlossen.