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Celle Stadt Fahrradreport: Celle nur Mittelmaß
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fahrradreport: Celle nur Mittelmaß
10:05 26.02.2015
Von Gunther Meinrenken
 Viele Radwege in Celle, so kritisiert der örtliche ADFC-Vertreter Martin Haße, befinden sich in einem schlechten Zustand wie hier an der Fuhrberger Straße. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Vom Image einer Fahrradstadt, wie es etwa Münster prägt, ist Celle noch weit entfernt. Zumindest, wenn es nach den Fahrradfahrern selbst geht. In einer bundesweiten Vergleichsstudie ist die Residenzstadt unter 100 Städten mit einer Einwohnerzahl von 50.000 bis 100.000 auf Platz 51 gelandet, ist also nur Mittelmaß. In Niedersachsen liegt Celle damit auf Rang 7 von 12 Städten dieser Größenordnung.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) hatte den Fahrradklima-Test bereits zum sechsten Mal auf den Weg gebracht. Bundesweit haben mehr als 100.000 Radfahrer anhand von 27 Fragen ihre Heimatstädte bewertet. In Celle haben sich allerdings nur 59 Radler an der Umfrage beteiligt. Ein Wermutstropfen für die Aussagekraft der Celler Daten.

Dennoch lässt sich anhand des Fahrradreports zumindest tendenziell ablesen, womit die Celler Radler besonders unzufrieden sind. So wird besonders die Führung der Radfahrer an Baustellen bemängelt. Hier liegt Celle (bewertet wurde mit Schulnoten) mit einer Note von 4,8 noch um 0,4 Punkte schlechter als der Durchschnitt der mittelgroßen Städte. Unzufrieden sind die Celler Radfahrer auch mit den Kontrollen von Fahrzeugen, die auf Radwegen abgestellt wurden (4,6) oder mit der Breite der Radwege.

Als positiv empfanden die 59 Radfahrer, die sich an der Umfrage beteiligt haben, den Umstand, dass das Stadtzentrum gut mit dem Zweirad zu erreichen sei. Hier gab es eine Note von 2,8, die um 0,3 Punkte besser ausfiel als im Durchschnitt der untersuchten Städte. Auch die Kategorie "Alle fahren Fahrrad" und "Spaß oder Stress" wurden mit den Noten 2,8 beziehungsweise 2,9 noch positiv bewertet.

Martin Haße, Vertreter des Celler ADFC, kann die Missstände in Celle konkretisieren. "Viele Radwege sind in einem desolaten Zustand. Gerade an den Einfall- und Ausfallstraßen ist die Qualität oft nicht zufriedenstellend." Als Beispiel nennt Haße etwa die Fuhrberger Straße vom Wilhelm-Heinichen-Ring stadteinwärts. Hier vergeht den Radfahrern auf der oftmals brüchigen Oberfläche des Radweges der Spaß.

Unzufrieden ist Haße zudem damit, dass an einigen Radwegen, für die keine Benutzungspflicht mehr gilt, nicht deutlich genug ausgewiesen werde, dass die Radler hier auch die Straße benutzen dürfen. Dies sei etwa bei der Bernstorffstraße der Fall. Auch die verbliebenen etwa sechs Ampeln im Stadtgebiet, an denen die Radfahrer ihr "Grün" anfordern müssten, sind dem ADFC-Vertreter ein Dorn im Auge.

Doch Haße, der ausdrücklich lobt, dass man in der "AG Fahr Rad" gemeinsam mit der Stadt an Lösungen arbeitet, hat in den vergangenen Jahren auch positive Entwicklungen ausgemacht. "Der eine oder andere Radweg wurde ausgebessert, und bei den Einbahnstraßen, die auch von Radfahrern in Gegenrichtung befahren werden dürfen, hat sich in Celle sehr viel getan", stellt Haße fest.