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Celle Stadt Fahrzeuge mit Seele und Gesicht begeistern Celler
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fahrzeuge mit Seele und Gesicht begeistern Celler
17:17 23.10.2017
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

„Ich bin froh, wenn im Oktober noch was ist“, sagt Peter Grothe und meint Oldtimertreffen, von denen es in der Saison nicht wenige gibt. Die Interessierten können nicht genug davon bekommen – ein genauerer Blick auf die angereisten Fahrzeuge des Samstags lässt die Gründe nachvollziehen. Ein Armaturenbrett mit Blumenvase, Scheinwerfer wie Augen, ausladende runde oder eckige Formen – Autos mit Seele und Gesicht. Opel, Mercedes, VW, Fiat und viele Firmen mehr – es gibt sie alle noch, aber während der hier gezeigten Baujahre folgte das Aussehen nicht allein der Funktionalität, daraus ergab sich Individualität.

„Achten Sie auf die Selbstmördertüren“, weist Moderator Jürgen Rosin, der jedes Modell mit großem Fachwissen erläutert und darüber hinaus Hintergrundinformationen über das Lebensgefühl der jeweiligen Jahrzehnte von den 50ern bis zu den 70ern liefert, auf eine Besonderheit hin. Der Renault Luxe mit den Einsteigluken ist Baujahr 1956, hat Heckantrieb, 21 PS und scheint kaum zu toppen.

Bis Pierre Jäckel vorfährt – auch in Dunkelgrün, zweirädrig, Dieselmotor, 1,5 Liter auf 100 Kilometer. „Ich mag alte Sachen“, sagt der Besitzer eines sehr seltenen Motorrads, dessen Ursprungsmodell die Bullet 500 ist, ganz bescheiden. Das Understatement passt zum englischen Hersteller, der einer der ältesten Erbauer von Motorrädern weltweit ist, Royal Enfield. Die Produktion auf der Insel stellte er vor Jahrzehnten ein. „Aber der Bedarf war da, und so wurde in Indien weitergebaut“, berichtet Jäckel: „Die indischen Kleinbauern fuhren damit zu ihren Feldern, schlossen eine Pumpe an, bewässerten und fuhren wieder zurück – das ist ein Kleintrecker."

Von Anke Schlicht