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Celle Stadt Falsches Spiel mit Anzeigenkunden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Falsches Spiel mit Anzeigenkunden
18:46 26.01.2017
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

"Mir kam das komisch vor. Denn für die Anzeigen im Senioren-Ratgeber war bisher der Schadinsky-Verlag zuständig gewesen", berichtet Gaupp, der in der Vergangenheit schon öfter unseriöse Offerten erhalten hatte, in denen eine vermeintliche Agentur den Eindruck erweckte, im Auftrag der Stadt unterwegs zu sein. Gaupp verständigte die Stadt und die Firma Schadinsky. Und sein Verdacht bestätigte sich. Die Hansamarketing agiert ohne Auftrag.

"Uns ist dieser Vorfall bekannt. Wir haben alle unsere Kunden angerufen und davor gewarnt, auf die Angebote einzugehen und Geld zu überweisen", erklärt Gerhard Schäffler, Verlagsleiter der Schadinsky-Werbung GmbH & Cie KG. Vier Firmen, die in dem Seniorenratgeber Anzeigen geschaltet hatten, waren bereits kontaktiert worden. Bezahlt hatte zum Glück noch niemand. "Wir haben die Angelegenheit an unsere Justitiare weitergegeben", stellt Schäffler klar.

Ob sich auf juristischem Wege etwas gegen die Hansamarketing erreichen lässt, ist unklar. "Unsere Recherchen haben ergeben, dass die Firma von Ungarn aus agiert. Auch wenn das Land Mitglied der EU ist, ist denen nur schwer beizukommen", weiß Schäffler aus eigener Erfahrung. In einem ähnlichen Fall habe man zumindest vor ein paar Jahren eine einstweilige Verfügung erwirkt. "Die Hansamarketing hat auch schon einmal umfirmiert. Die treiben ihr Unwesen also schon etwas länger, nur früher unter einem anderen Namen", so Schäffler, der mit dieser Masche schon öfter konfrontiert wurde. Manchmal kämen die Firmen auch aus dem russischen Bereich, weiß der Verlagsleiter.

Schäffler betont, dass der Schadinsky-Verlag niemals unter 0800er-Nummern Kunden kontaktieren würde und auch keine E-Mails verschicken würde, bei denen nicht ersichtlich sei, dass sie von Schadinsky sind. Im Zweifelsfall sollten die Kunden immer Rücksprache mit dem Verlag halten.

Auch bei der Stadt Celle rät man den Anzeigenkunden zur Vorsicht. "Wir haben niemanden beauftragt. Unsere Projektpartner können immer ein spezielles Empfehlungsschreiben der Stadt vorweisen", stellt Stadtsprecher Wolfgang Fischer klar. Doch auch da habe es in der Vergangenheit Fälschungen gegeben. Im Zweifelsfall könne man sich immer an die Stadt wenden und nachfragen. Und ansonsten: "Wir prüfen, ob wir eine Strafanzeige stellen werden", sagt Fischer.