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Celle Stadt Falschparkern geht es in Celle an den Kragen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Falschparkern geht es in Celle an den Kragen
07:15 17.03.2015
Schild von Feuerwehrdurchfahrt fotografieren (mit falsch parkendem Auto Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

An jenem Tag wurde die Feuerwehr zum Einsatz in die Mauernstraße, Ecke Poststraße gerufen. In Windeseile rückten die Kameraden in Richtung Altstadt aus, nur kamen sie mit ihrer Drehleiter am Kleinen Plan nicht um die Ecke. Ein Falschparker versperrte die Straßeneinmündung, eine offizielle Zufahrt der Feuerwehr. „Wir mussten das Löschfahrzeug zurücksetzen, rangieren und außen herum fahren“, erzählt Ortsbrandmeister Bernd Müller von der Freiwilligen Feuerwehr. Der Umweg über Nordwall, Kanzleistraße und Markt kostete die Feuerwehr ungefähr fünf Minuten Zeit. „Bei einem Feuer kann das einen erheblichen Unterschied ausmachen“, sagt er.

Gerade in der historischen Altstadt ist das gefährlich für Menschenleben. „Wenn ein Fachwerkhaus brennt, muss es richtig schnell gehen“, erklärt Müller. Denn die Holzbalken, Strohdecken und der verbaute Lehm brennen besonders gut. „Dann müssen die Einsatzkräfte von allen vier Seiten herankommen und löschen.“ Außerdem kann das Feuer schnell auf andere Fachwerkhäuser überspringen.

Gleich sechs Mal habe die Freiwillige Feuerwehr in den vergangenen drei Monaten durch Falschparker kostbare Zeit verloren. Müller benennt für die Freiwillige Feuerwehr gleich vier besondere Problemzonen in der Celler Innenstadt: Am Heiligen Kreuz/Zöllnerstraße, Kleiner Plan/Mauernstraße, Bergstraße/Poststraße und an der Schuhstraße. Gerade hier standen die Autos auf verbotenen Flächen zu nah an den Zufahrten, vor allem am Wochenende. „Die Leute denken, da ist doch noch genug Platz für ein Auto“, erzählt Müller. Aber gerade die Löschfahrzeuge mit Drehleitern sind lang und breit und brauchen viel Platz, um in den schmalen Gassen um die Kurve zu kommen.

Um jegliche Zeitverzögerung zu vermeiden, ist die Feuerwehr auf die Celler Stadtverwaltung zugegangen. Ergebnis der Gespräche im Rathaus sind verstärkte Kontrollen der Parkflächen und Straßeneinmündungen am Wochenende. In einer Pressemitteilung heißt es dazu: Das Falschparken "kann nicht nur schlimme Folgen haben, sondern auch empfindlich teuer werden." Es drohen 35 Euro Bußgeld für das Parken im absoluten Parkverbot. Dazu kommen 180 bis 200 Euro für das Abschleppen. „Wegen der besonderen Gefährung der Sicherheit sind wir ermächtigt, sofort und ohne Nachfrage abzuschleppen“, sagt Wolfgang Fischer, Pressesprecher der Stadt. Die Stadtverwaltung bittet daher die Autofahrer, nur ausgewiesene Parkflächen zu nutzen.

Von Dagny Rößler