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Celle Stadt Familie Beynuhn aus Celle nach Brand im neuen Zuhause
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Familie Beynuhn aus Celle nach Brand im neuen Zuhause
18:05 03.12.2013
Von Christoph Zimmer
Glücklich im neuen Zuhause: Dominik und Sonja Beynuhn mit ihren Hunden. "Lea" hatte beim Brand die Familie geweckt - während Schäferhund "Charly" schlief. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Irgendwann kommen die Freudentränen. Dabei kostet der Umzug in ihr neues Zuhause beim Stadtfriedhof im Hehlentorgebiet viel Kraft. Aber es ist auch purer Stress für die alleinerziehende Mutter von drei Kindern. Nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Vor allem emotional. „Es ist einfach unglaublich, wie groß die Anteilnahme und die Hilfsbereitschaft nach unserem Schicksal sind“, sagt Sonja Beynuhn aus Celle mit brüchiger Stimme, „ohne die Hilfe der Menschen würden wir auf der Straße sitzen.“

Bei dem Großbrand ihres Reihenmittelhauses in der Carstensstraße hatte die Familie ihren gesamten Besitz verloren. Weil die Reinigungsfachkraft die Prämien für die Versicherung nicht mehr zahlen konnte, stand die Familie vor dem Nichts. Und das fünf Wochen vor Weihnachten. „Es ist gar nicht in Worte zu fassen, was das bedeutet und was wir alles verloren haben“, erinnert sich die 34 Jahre alte Mutter. Hündin Leah hatte das Knistern der Flammen in der Küche um kurz vor Mitternacht dieses Samstagabends bemerkt. Aber da war es schon zu spät. Gemeinsam mit ihrem Sohn Alexander-Jerome (13), Leah und dem anderen Hund Charly lief sie aus dem brennenden Haus auf die Straße – in Bademantel und Unterhose. „Wir hatten nichts, wir hatten gar nichts mehr“, sagt die alleinerziehende Mutter, die danach hilflos mit ansehen musste, wie das bisherige Leben ihrer Familie in Flammen aufging. Denise-Chantal (14) und Dominik-Paskal (16), ihre anderen beiden Kinder, waren glücklicherweise nicht zuhause, als ein Kabelbruch des Geschirrspülers das Feuer auslöste.

Nachbarn gaben ihnen Kleidung und Schuhe bei den kalten Temperaturen, Freunde aus Celle, Wathlingen und Wietzenbruch nahmen die Mutter und ihre drei Kinder sowie die beiden Hunde sofort bei sich auf. „Wir wissen gar nicht, wie wir uns dafür bedanken sollen“, sagt Sonja Beynuhn. Aber nicht nur Familie und Freunde boten ihre Hilfe an, sondern auch Menschen aus dem gesamten Landkreis und die CZ-Aktion "Mitmenschen in Not". Dirk Hohm aus Nienhagen, der Patenonkel ihrer Tochter Denise, startete zusammen mit seiner Familie einen Spendenaufruf für die vom Großbrand betroffenen Beynuhns. Und löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus.

In kürzester Zeit sammelten sie unter anderem Kleidung, Möbel und Spielsachen. „Da war alles dabei, was man sich vorstellen kann“, sagt Hohm. Am Sonntag brachte er die Spenden der Familie in ihre neue Wohnung, die ihnen ihr Arbeitgeber, das Celler Schlosstheater, vermittelt hatte. „Sie haben mir geholfen, dass ich einen Aufschub der Mietkaution bekomme. Wie hätte ich das denn bezahlen sollen“, fragt sie. Sowohl vom Schlosstheater als auch von der Arztpraxis Mercier, für die sie ebenfalls arbeitet, wurde sie erst einmal freigestellt. „Da kann ich nur Danke sagen. Man kann sich gar nicht vorstellen, was man alles erledigen muss.“

Seit Sonntag ist die Familie wieder vereint. In ihrer neuen Wohnung. In ihrem neuen Zuhause. „Wir hoffen, dass langsam etwas Ruhe einkehrt und wir gemeinsam gemütlich Weihnachten feiern können“, sagt Sonja Beynunh. In ihrem neuen Zuhause. Die Celler Städtische Wohnungsbau GmbH (WBG) hatte spontan eine Wohnung vermietet, „obwohl andere Wohnungsinteressenten vorgemerkt waren“, erläuterte Geschäftsführer Siegfried Hildebrandt. Zudem habe man die Mietsicherheit gestundet und die Erlaubnis erteilt, zwei Hunde in der Wohnung zu halten.

Wer der Familie Beynuhn helfen möchte, kann sich an die Bonifatiuskirche in Klein Hehlen wenden. Dort wurde auch ein Spendenkonto eingerichtet: Kontonummer 2410, Bankleitzahl 25750001, Sparkasse Celle, Verwendungszweck GKZ 2013 Familie Beynuhn.