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Celle Stadt Familienfreundlichkeit: Mende kritisiert Landkreis
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Familienfreundlichkeit: Mende kritisiert Landkreis
17:11 08.04.2013
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Wird der Landkreis Celle abgehängt? Diese Sorge treibt Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) um, nachdem die Region bei einer bundesweiten Studie über Familienfreundlichkeit nicht gerade berauschend abgeschnitten hat. Mende hat nun Landrat Klaus Wiswe (CDU) aufgefordert, gemeinsam mit den anderen Hauptverwaltungsbeamten Strategien zu entwickeln, wie der Landkreis wieder nach vorne gebracht werden kann.

Mende ist verstimmt, weil die Stadt jedes Jahr über 30 Millionen Euro Kreisumlage zahlt. „Wir finanzieren den Landkreis. Warum schafft man es dort mit so einer Summe nicht, auf den vorderen Plätzen zu landen“, wundert sich der Oberbürgermeister, der für die Residenzstadt reklamiert, in bestimmten Bereichen wie Ganztagsgrundschule und Kita-Plätze in den vergangenen Jahren viel getan zu haben. Und in der Tat: Ohne die Stadt Celle hätte der Landkreis bei der Studie der Prognos AG noch viel schlechter abgeschnitten.

Beispiel: Betreuungsquote unter dreijähriger Kinder. Mit 20,5 Prozent landete der Landkreis bundesweit auf Platz 209 von 402 Landkreisen. Bei der Stadt hingegen liegt dieser Wert, der natürlich bei den Landkreisdaten eingerechnet wurde, bei 31,3 Prozent (Bundesdurchschnitt: 25,2 Prozent). Bei der Ganztagsbetreuungsquote im Kindergartenalter belegte der Landkreis mit 13,7 gerade einmal Rang 312. Die Stadt Celle hat hier einen Wert von 24,5 Prozent vorzuweisen, hat den Landkreis also auch hier sogar noch hoch gezogen.

Mende fürchtet im Wettkampf mit anderen Regionen um junge Familien um die Wettbewerbsfähigkeit des Landkreises Celle. Zumal die Prognos-Studie nicht die einzige Untersuchung sei, in der der Landkreis in den vergangenen Jahren im bundesweiten Vergleich im unteren Drittel eingeordnet worden sei.

„Dem Landkreis fehlt es an Strategien und Innovationskraft“, konstatiert Mende und macht einen dringenden Handlungsbedarf aus. Nicht nur bei den Faktoren, die direkt die Familienfreundlichkeit umschreiben, auch bei den Rahmenbedingungen. „ÖPNV, Arbeitsmarkt, Bildungsstrukturen. All das sind Felder, in denen sich dringend etwas tun muss“, sagte Mende. Er will nun von Wiswe wissen, wie dieser sich vorstellt, die Familienpolitik zusammen mit den anderen Kommunen im Landkreis zu organisieren.