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Celle Stadt Fantastische Symbiose von Spontaneität und Kontrolle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fantastische Symbiose von Spontaneität und Kontrolle
18:17 22.12.2013
Knut Steen Wurbs mit einem seiner neuen Bilder - (Ohne Titel, Öl auf Leinwand auf Faserplatte, 2013). Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Eine nicht alltägliche Ausstellung ist noch bis auf Weiteres in der „Galerie Am Kleinen Plan“ in Celle zu sehen. Der Künstler Knut Steen Wurbs – von 1980 bis 2008 als Lehrer am HBG tätig – zeigt unter dem Titel „Neue Bilder 2012-2013“ rund 40 abstrakte Ölbilder, Gouachen, Zeichnungen und Aquarelle mit assoziationsreichen und fantasieanregenden Bildkompositionen.

Wurbs gibt dem Zufall eine Form, wobei sich Dingformen in labyrinthische Farbräume auflösen und einer willkürlichen geometrischen Ordnung unterworfen sind. Seine Arbeiten erweisen sich als eine fantastische Symbiose von Spontaneität und Kontrolle. Wie beim Informel changieren sie zwischen Kontinuität und Wandelbarkeit. Es ist faszinierend, wie sich manche Bilder gleichen und sich doch unterscheiden. Insbesondere bei den kleinformatigen Arbeiten, die oft nur wenige Zentimeter umfassen und in denen er – wie Galerist Walter Jochim konstatiert – „mit einem Minimum an Farben ein Maximum an Wirkung“ erzielt.

Doch gerade die begrenzte Farbpalette scheint den Künstler zum Experimentieren zu animieren, sei es bei den in fragiler Balance facettenreich von ihm verwendeten unterschiedlichen Weißpigmenten oder bei den „bunten“ Farben. Wurbs erzielt durch Mischen der Farbtöne und Ändern der Farbdichte eine schier unglaubliche Fülle von Nuancen, bei denen er mit akribisch feinem Farbauftrag jedes einzelne Pigment sorgfältig und mit Bedacht zu setzen scheint.

Es empfiehlt sich daher, sich intensiv mit den ausnahmslos unbetitelten Bildern zu befassen und den Blick dabei immer wieder neu zu fokussieren, um sich so langsam die Komplexität der Bildkomposition zu erschließen. Dann geben die ungemein zarten Farbnuancen geradezu ein Musterbeispiel dafür, wie sich ein Bild durch die langsame Gewöhnung des Auges an kleinste Farbunterschiede immer weiter belebt.

Die „Galerie Am Kleinen Plan“ ist freitags von 14 bis 18 Uhr und sonnabends von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Rolf-Dieter Diehl

Von Rolf-Dieter Diehl