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Celle Stadt Farbenprächtig, schnittig, swingend
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Farbenprächtig, schnittig, swingend
10:48 25.02.2010
Benefizkonzert Celler Kammerorchester Quelle: Rolf-Dieter Diehl
Celle Stadt

Tosenden Beifall erntete das Celler Kammerorchester unter der Leitung von Eckhard Pohl bei seinem Benefizkonzert in der Celler Kreuzkirche zugunsten von „Amesty International“. Trotz der räumlichen Enge im Altarraum sorgte das Orchester für eine begeisternde weitreichende Entfaltung der ausgewählten barocken Klänge.

Ist Vivaldis anmutiges Concerto für zwei Oboen, Fagott, Streicher und Basso continuo auch eher unspektakulär als vordergründig virtuos, so verlangt es doch ausgefeilte Figurationen und eine abgerundete Tongebung. Das gelang den drei Solisten Irmtraut Pohl, Marcus Müller und Burkhard Bertram mit Bravour. Sie spielten im Konzert mit dem Orchester nicht mit polterndem Drunter und Drüber, sondern mit souveräner Leichtigkeit und Unbefangenheit. So ließen die von ihnen gesetzten markanten Akzente die Musik nicht erstarren oder stocken, sondern bewirkten vielmehr eine erfrischende Gischt im musikalischen Fluss.

Zum Genuss geriet auch Telemanns F-Dur-Orchestersuite. Pohl schien auf jede Nuance in Rhythmus und Melodie Wert zu legen, ohne dabei in akademischer Rhetorik zu erstarren. Auch die beiden Solo-Hornisten Petra Röbenack und Henrich Schäfer begegneten der Musik nicht nur mit viel Verve, sondern auch mit hörbarem Respekt vor der raffinierten Partitur. Phantastisch, wie farbenprächtig, schnittig, swingend und doch gefühlvoll die Tänze dieser Suite angegangen und ausgemessen wurden.

Den Schlusspunkt bildete Hoffmeisters B-Dur-Klarinettenkonzert aus der galanten, empfindsamen Rokoko-Epoche, ein Stück von emotional durchtränkter Schönheit. Impulsiv, einfühlsam, leidenschaftlich und elegant – so könnte man die brillante Interpretation der Solistin Elke Weikmann beschreiben. Sie gab dem Werk einen verspielt virtuosen Anstrich, indem sie die klare Melodielinie des Notentextes detailfreudig auszierte und mit substanzreichem Ton veredelte. Beschwingt ließ sie ihre Klarinette auf dem dichten Streicherteppich des Orchesters tanzen, das während des gesamten Konzertes eine wohltuende klangliche Wärme verbreitete.

Von Rolf-Dieter Diehl