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Celle Stadt "Fast alles ist anders als bei uns"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Fast alles ist anders als bei uns"
16:32 30.03.2012
Freundschaften gekn¸pft: die russischen G‰ste und ihre Gastgeber gemeinsam auf der B¸hne des Hˆlty-Gymnasiums. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Hand aufs Herz: Hätten Sie vermutet, dass Stanislav Kurpe, Maria Elbek, Oleg Schmidt und Anastasia Merkel waschechte russische – und Egor Batt, Anja Andreeva, Anastasia Akimova, Tanja Tachtarowa und Daria Denisenko junge deutsche Schüler sind? Der Zoll jedenfalls hatte bei der Passkontrolle seine liebe Mühe.

Vom 17. bis 24. März waren 15 Schüler aus der „Schule 88“ in Sankt Petersburg Gäste ihrer deutschen Patenschule, dem Celler Hölty-Gymnasium. 2012 ist in Russland das „Deutschlandjahr“. Das weckte bei den russischen Schülern den Wunsch, nach 2008 und 2010 einen dritten Celle-Besuch anzugehen. Was auf höherer Ebene noch immer problematisch scheint, auf der der Schülerschiene ging es sehr schnell: Es entstanden Freundschaften und sogar noch engere Bindungen.

„Herzlich willkommen in Deutschland“ lautete das Motto des Hölty-Gymnasium. Die Russisch-Lehrerinnen um Daniela Bunkenburg hatten sich ein interessantes Besuchsprogramm einfallen lassen. Stanislav Kurpe jedenfalls war total begeistert: „Ich habe so viel Positives gesehen und erlebt", schwärmte der 15-Jährige. „Freundliche Menschen, eine so saubere Stadt und eine tolle Gastfreundschaft“. Die Distanz zu den Lehrern sei in Russland viel größer. In der Schule gebe es auch klare Kleiderregeln, da könne man nicht einfach anziehen, was man wolle. Das hätte für den Schüler Folgen. Welche, wollte Stanislav nicht verraten.

Andrej Pascarenko (15) wollte Land, Leute und Kultur kennenlernen. „Fast alles ist anders als bei uns. Manche Leute sind merkwürdig.“ Dann plauderte er aus dem Nähkästchen: „Wir haben hier das Lied von den blauen Bergen mit den Lehrern, die genau so doof wie wir sind, gesungen. Das hätten wir uns in Russland nie getraut."

Mit einem gelungenen Abend im Theatersaal des Hölty-Gymnasiums wurde schließlich Abschied gefeiert. Und Tränen mussten beim Lebewohl-Sagen auch unterdrückt werden. Jedenfalls beim 16-jährigen Maxim: „In den Sommerferien sehe ich meine Anastasia wieder, sie besucht mich.“

Von Gert Neumann