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Celle Stadt Faszinierender barocker Klangzauber in der Celler Garnison-Kirche
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Faszinierender barocker Klangzauber in der Celler Garnison-Kirche
17:05 11.05.2015
Kammermusik des Barock mit dem Capellini-Ensemble Quelle: Alex Sorokin
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Es ist nicht nur ihr emotionales Verständnis, mit dem sie die Kunst barocken Gestaltens zum schwelgerischen Hörerlebnis machen, sondern auch ihr Gespür, die Ideen in der Musik adäquat auszuloten, etwa in der dramaturgisch dichten Darstellung der Oboensonate in f-Moll von William Babell, bei der stark ausgreifenden Dynamik in den Spannungsbögen von Jacob Kleins Cellosonate in a-Moll, bei Franz Bibers Violinsonate in e-Moll mit ihrer barocken Üppigkeit und nicht zuletzt beim hin- und herwiegenden Klangzauber in Bodin Boismortiers Triosonate in D-Dur. Lohr ging bei Adolf Hasses Cembalosonate in F-Dur mit lustvoller Entdeckerfreude der Musik auf den Grund und machte ihre faszinierenden Details hörbar.

Beseeltheit, Wärme, Zartheit und Tiefe sowie eine wohldosierte Innenspannung prägten wiederum von Schweders Gesangsvorträge. Ob bei der Telemann-Kantate oder Purcells betörend vorgetragener Opernarie „Sweeter than Roses“ – ihr angenehm timbrierter Sopran bestach durch emotionale Tiefe und inneres Leuchten. So gelang es ihr genauso wie den Instrumentalisten, eine gespannte Atmosphäre gesammelter Aufmerksamkeit zu erreichen und mit pointiert untermalender Instrumentalbegleitung die Faszination jedes Stückes mit überzeugendem Ausdruckswillen auf die Zuhörer zu übertragen.

Mit großen dynamischen Abstufungen, gleichzeitig meditativ und enorm expressiv aufspielend gelang es den Interpreten, eine gespannte Atmosphäre zu erreichen und mit dezent untermalender Continuoarbeit den Reiz jeden Stückes mit überzeugendem Ausdruckswillen auf die Zuhörer zu übertragen. Das Konzert gestaltete sich zu einem farblich stimmigen Bukett vokaler und instrumentaler Blüten, die sich aus den Tönen öffneten und akkordreich aufbrachen, um sich dann in ätherischem Pianissimo wieder zu schließen.

Von Rolf-Dieter Diehl