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Celle Stadt Festessen der Celler Schützen: "Heimat ist ein Gefühl"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Festessen der Celler Schützen: "Heimat ist ein Gefühl"
18:39 21.07.2014
Von Gunther Meinrenken
Für Hauptkönig Philipp Ziemen wurde bereits zum dritten Mal das von Sofie Siwek gemalte Porträt enthüllt. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Deutschland ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer, Millionen Fans in die deutschen Nationalfarben gehüllt – der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft hat in der Bevölkerung ein weiteres Mal ein positives Gefühl des Nationalbewusstseins hervorgebracht. Ein Verdienst des Fußballs, ein Verdienst schon der WM im eigenen Land vor acht Jahren. Diesen Bogen spannte Axel Brockmann, Leiter des Celler Landgestüts, gestern in seiner Rede auf Heimat und Vaterland beim Festessen des Großen Schafferrates.

Doch Brockmann löste sich schnell von dem erst acht Tage zurückliegenden WM-Triumph. Auch er gehöre der Generation an, bei der "Lehrer jeden Keim eines Nationalgefühls erstickten. Uns wurde in 13 Jahren Schule der Nationalsozialismus in verschiedenen Altersstufen insgesamt über drei Halbjahre näher gebracht. Die Entstehung eines abwägenden, in der Natur des Menschen liegenden Nationalgefühls konnte sich hier nicht entwickeln", so Brockmann.

"Erst die Fremde lehrt uns, war wir an der Heimat besitzen", gab der Festredner ein Zitat Theodor Fontanes wieder. Und so sei es auch ihm ergangen. "Ich merke immer bei Aufenthalten in Übersee, wie stolz ich auf unser friedliches, demokratisches Europa bin", sagte Brockmann, auch wenn dies im Augenblick nicht mehr in allen Regionen der Fall sei. Wenn er in Europa unterwegs sei, sei er stolz, Deutscher zu sein. "In Deutschland bin ich stolzer Niedersachse und in Niedersachsen stolzer Celler."

Heimat sei dabei nicht nur ein Ort an sich, "es ist vielmehr ein Gefühl". Heimat entstehe, wenn man die Fähigkeit hat, sich dort wohl zu fühlen, wo man ist und das tue er mittlerweile in Celle und seinem Umland. "Genauso wohl, wie Sie sich in Ihrer Heimat Ihrem Schützenverein fühlen, wo es so vielfältige Gemeinsamkeiten auf kultureller und geschichtlicher Ebene gibt. Sie sind Teil einer Wertegemeinschaft, die schon seit vielen hundert Jahren existiert", so Brockmann an die Adresse seiner Gastgeber.

Eine besondere Ehrung erhielt der Schausteller Erich Rosenstädt. Seit 50 Jahren ist er mit seinem "Zucker Basar" eine feste Größe auf dem Schützen- und Volksfest. "Du hast für alle ein Herz in jeder Größe", so Detlev Doering, der auch gerne Rosenstädts Ehefrau Edith geehrt hätte. "Doch das Schicksal hat es anders gewollt. Wir werden auch Deiner Edith ein ehrendes Andenken bewahren", sagte der Oberste Hauptschaffer.

Eine kleine Überraschung hatte Doering für Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende parat. Er erhielt die Theo-Wilkens-Medaille in Silber, da er "mittlerweile bei den Schützen angekommen ist". Die Theo-Wilkens-Medaille in Gold bekamen Dirk Alvermann und Wilhelm Pippel für ihre Mitwirkung im Schafferrat verliehen.

Das Celler Schützenfest klingt heute Abend um 19 Uhr mit der Königsproklamation aus. Ab 20 Uhr folgt der Festball. Der Schlusspunkt wird um 22.45 Uhr mit dem Höhenfeuerwerk gesetzt.