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Celle Stadt Feuerwehr: Kommunen kritisieren fehlende Ausbildungskapazitäten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Feuerwehr: Kommunen kritisieren fehlende Ausbildungskapazitäten
21:25 26.03.2015
Von Gunther Meinrenken
Wie wichtig gut ausgebildete Feuerwehrleute sind, hat sich im vergangenen Jahr beim Brand im Celler Hafen erwiesen. Nach Ansicht der Kommunen unternimmt das Land zu wenig, um den Ausbildungsbedarf zu decken. Quelle: Benjamin Westhoff (Archiv)
Celle Stadt

2020 soll alles besser werden. Das verspricht die Landesregierung. Doch den niedersächsischen Kommunen ist das nicht genug. Die Rede ist von den Ausbildungskapazitäten für Feuerwehrleute an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) mit ihren Standorten in Loy und in Celle. "Die bisherigen Lösungsansätze sind unbefriedigend", sagt Berthold Ernst, Geschäftsführer des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB). Es müsse sich dringend etwas ändern.

Bereits im Januar hatte sich bei den niedersächsischen Feuerwehren massive Kritik geregt. Jetzt legt der NSGB nach. "Im Augenblick werden nur etwas über 50 Prozent des Bedarfs abgedeckt. Wenn sich das über die kommenden Jahre hinzieht, bekommen wir an der Basis Motivationsprobleme", so Ernst. So ließe sich die Fortbildung zu Führungskräften wie etwa zum Ortsbrandmeister nicht mehr an einem Stück erledigen.

"Dazu kommen veränderte Verhältnisse. Früher war es so, dass ein Ortsbrandmeister seinen Job auch noch 20 Jahre lang ausgeübt hat. Das ist heute nicht mehr so." Die Folge: Der Ausbildungsbedarf ist deutlich nach oben geschnellt.

Die Zahlen aus dem Innenministerium belegen den Befund der Kommunen. So hat sich die Zahl der Lehrgangsteilnehmertage, in denen die Ausbildungsmenge beziehungsweise -kapazität gemessen werde, von 2010 mit 78.332 Tagen bis 2015 auf 92.944 Tagen erhöht. Die Zuteilung ist allerdings im selben Zeitraum von 47.542 auf 47.000 Tage zurückgegangen. Das entspricht nur noch einem Bedarfsdeckungsgrad von 53 Prozent.

Trotz dieser Misere hält die Landesregierung an dem vorgegebenen Kurs fest. Und der lautet: Bis 2020 soll die Zahl der Lehrgangsplätze in Celle mit dem Ausbau des hiesigen Standorts von 160 auf 200 angehoben werden. Mit den dann vorhandenen 80 Plätzen in Loy würden 280 Plätze zur Verfügung stehen und ein Deckungsgrad von 75 Prozent erreicht, rechnet das Innenministerium vor. Ernst ist das zu wenig: "Es hilft nichts, erst in sechs Jahren etwas zu machen. Es muss dringend kurzfristig nach wirksamen Lösungen gesucht werden."