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Celle Stadt Fischessen der Celler Schützen: Weil fordert "Steuerfreiheit für Könige"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fischessen der Celler Schützen: Weil fordert "Steuerfreiheit für Könige"
18:52 20.07.2014
320 Schützen und geladene Gäste nahmen am Fischessen in der Congress Union teil. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Er fühle sich sehr wohl im Kreise der Schützen, scherzte Stephan Weil gleich zu Beginn. „Ich habe viele Grüne gesehen und auch viele Rote“, sagte der Ministerpräsident unter Anspielung auf die Uniformen sowie die Gesichter der rund 320 Teilnehmer des traditionellen Fischessens der Altstädter Schützengilde in der Congress Union. Zum zweiten Male innerhalb von vier Jahren - 2011 stand David McAllister in gleicher Funktion an dieser Stelle - war es den Gastgebern gelungen, Niedersachsens Landesoberhaupt als Fischredner zu gewinnen.

Und Weil wusste aus seiner Zeit als Oberbürgermeister von Hannover, wie er die Schützen erreicht. So brachte er eine Steuerbefreiung für Schützenkönige ins Gespräch und setzte in Anspielung auf den dreimaligen Hauptkönig Philipp Ziemen gleich noch einen drauf: „Wer das schafft, ist lebenslänglich von der Steuer freizustellen.“ Bei der Umsetzung dieses „Beschlusses“, wie Weil es formulierte, sah er genauso wie später der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte in seinen Dankesworten die Stadt Celle in der Pflicht.

Auch auf die jahrzehntelange Diskussion über eine Ortsumgehung für Celle ging der Ministerpräsident ein. Da sie nach unbestätigten Meldungen bereits bei der Gründungsversammlung der Altstädter Schützengilde im Jahr 1579 ein Thema gewesen sei, hoffe er, dass man bei der Feier des 450-jährigen Bestehens im Jahr 2029 sagen könne, die Umgehung sei für den Verkehr freigegeben, so Weil. Diesen Gedanken nahm der Oberste Hauptschaffer Detlev Doering später auf und sagte, es wäre doch schöner, wenn es schon zum 400-jährigen Bestehen der Neustadt-Altenhäusener Schützengesellschaft im Jahr 2020 klappen würde.

Klare Worte fand Weil zur sogenannten „Gaucho-Tanz-Diskussion“. Den Kritikern des Auftritts einiger Fußball-Nationalspieler nach der Rückkehr von der Weltmeisterschaft in Brasilien rief er zu: „Wenn wir sonst keine Probleme haben - der liebe Gott schütze uns vor diesen Spaßbremsen.“ Und als Reaktion auf die NSA-Affäre und das Abhören von Handys schlug er vor, bei kritische Telefongesprächen künftig nur noch sächsisch, hochbayrisch oder plattdeutsch zu sprechen.

Im Anschluss an die Fischrede hatte dann Gildenvorsteher Dirk Alvermann noch eine besondere Ehrung parat. In Würdigung von 44 Jahren Vorstandsarbeit wurde Kurt Beyer mit der erstmals verliehenen goldenen Verdienstnadel mit Brillant ausgezeichnet.

Spontane Spendensammlung: Überschattet wurde das Fischessen vom Feuer im Hafen, das just in dem Moment ausgebrochen war, als die Kolkfischer mit ihrem Boot zurückkehrten. Unter dem Eindruck der Zerstörungen appellierte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende an die Anwesenden, einen Beitrag dazu zu leisten, dass insbesondere die DLRG Celle möglichst schnell wieder einsatzfähig wird. Als die Majestäten der fünf Gesellschaften anschließend durch den Saal gingen und um Spenden baten, landeten rund 2000 Euro in den Hüten. Zusammen mit einer spontanen Spendenzusage der Volksbank Celle in Höhe von 1000 Euro sowie einer anonymen Einzelspende von 25.000 Euro kamen stolze 28.000 Euro zusammen.