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Celle Stadt Flair der 50er-Jahre im Celler Bomann-Museum (mit Bildergalerie)
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Flair der 50er-Jahre im Celler Bomann-Museum (mit Bildergalerie)
18:20 11.09.2016
Mit ihrem grünen Petticoat stahl Sabrina Kaminski dem kleinen Lloyd LP600 Alexander glatt die Schau. Uwe Rautenberg und Manfred Skupin (von links) freuten sich über den kleinen blauen Flitzer aus dem Jahre 1959. Die Retro-Band „Erdbeershake“ aus Hannover unterhielt das Publikum bestens. Es wurde getwistet bis in den späten Abend. Quelle: Michael Schäfer (2)
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Die Ausstellung mit Plakaten zu Sonderschauen von 1950 bis 59 sowie Artikeln der Celleschen Zeitung über Aktivitäten des Museums zeigten, was man sonst nicht zu sehen bekommt und veranschaulichten die Aussage von Ideengeber und Organisator Uwe Rautenberg: „Unsere Exponate sind einfach, aber interessant.“ Die wenigsten Besucher haben Erinnerungen an die Wirtschaftswunderjahre als Erwachsene.

Nur die Schultertattoos mancher in Petticoats gehüllter Damen verrieten das Jahr 2016, ansonsten stimmte bis zum kunstvoll um den Kopf drapierten Tuch im Trümmerfrauen-Style alles am Fünfziger-Outfit. Die Fans des Retrochics, darunter auch einzelne Herren mit Haartolle, rundeten die Szenerie des 50er-Jahre-Festes im Bomann-Museum am Samstag ab.</p>

Sven Bernegger ist 1971 geboren und hat viel gehört von seinen Eltern: „Man darf sich nicht blenden lassen, es sind immer nur die schönen Sachen, die überbleiben, aber das Lebensgefühl dieses Jahrzehnts fasziniert mich einfach.“ Christine Hartmann geht es ebenso: „Da wurde ja auch viel mit rübergenommen in die 60er“, auf die sie schon zurückblicken kann. Sie war besonders interessiert an der Plakatausstellung, hatte die Namen der genannten Celler Künstler alle schon gehört und hätte sich noch mehr Inhalte dieser Art gewünscht.

Dass es doch einige Gäste gab, die ihr Wissen über die Nachkriegsära nicht aus zweiter Hand beziehen, zeigte sich erst am späten Abend. Die Retroband „Erdbeershake“ aus Hannover bot im malerischen Museumshof beste Unterhaltung, die den Zeitgeist aufleben ließ. Als die Sängerin zum Twisten aufforderte, halfen weder Petticoat noch Hochsteckfrisur, dieser Tanz gehörte den Herren jenseits der 70: Sie schwangen die Hüften und bewegten die Arme rhythmisch, dynamisch und scheinbar mühelos – so, wie sie es vor einigen Jahrzehnten als Teenager getan haben. Ein wunderbares Abschlussbild für eine rundum gelungene Veranstaltung.

Von Anke Schlicht