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Celle Stadt Flamencinis im Celler Wohnzimmer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Flamencinis im Celler Wohnzimmer
13:59 23.01.2017
Weniger ist mehr: Sängerin Tori Sparks kommt auf der Bühne ohne Spezialeffekte aus. Für einen stimmungsvollen Abend braucht sie nur den Percussionisten Javi Garcia an ihrer Seite. Quelle: Alex Sorokin
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Eine gute Wahl für Künstlerin und die rund 60 Zuhörer gleichermaßen, die dichtgedrängt und offensichtlich voller Begeisterung jeden Song genossen. In dieser familiären Enge wäre Abstand auch kaum möglich gewesen. Publikum und Künstler wuchsen zwischen Rock, Blues und Balladen zu einer Einheit von Menschen zusammen, die Musik genießen. Ihre „Flamencinis“ sind ihre ganz eigene Mischung von Nashville-Alabama-Einflüssen und Musica Espanola. Die gutaussehende Sängerin mit der großen Stimme, dem bezaubernden Lächeln und der blonden Mähne ohne Starallüren machte es den Gästen auch leicht. Frei von Berührungsängsten mischte sich Tori Sparks vor dem Auftritt, in der Pause und auch nach dem Konzert unter die Leute, um zu plaudern.

Zwischen den einzelnen Songs – mal sehr gefühlvoll auf Spanisch, mal einer echten Rockröhre gerecht werdend – gab es lockere und persönliche Statements zur Überleitung: Sie schreibe von ihren Gefühlen, von Liebe und Trennung, Probleme im Alltag und über Geschichten, die sie unterwegs erzählt bekommt. Um 6 Uhr morgens hätte sie gar keine Lust gehabt, ins kalte Deutschland zu fliegen, genieße jetzt aber den Abend umso mehr, bedauere kein Deutsch zu sprechen und freue sich auf das „italian food“, dass sie nach dem Auftritt geordert habe und dass ihre erste richtige Mahlzeit an diesem Tag sei. Ein Star zum Anfassen.

Für den Rhythmus hatte sie aus Spanien Javi Garcia mitgebracht. Die perfekte Wahl eines musikalischen Partners. Der Percussionist des spanischen Flamenco-Trios Calamento überzeugte ebenso souverän und freundlich. Das Duo bewies deutlich, dass zwei Künstler, perfekt aufeinander eingespielt, genügen, um mit ihrer individuellen Musik, die sich nicht in eine bestimmte Kategorie einsperren lassen, die Zuschauer zu berühren. Ob Blues, Folk oder Rock – die authentischen Songs kommen aus dem Herzen, versichert Teri Sparks – und damit hat sie, gemessen an den Begeisterungsstürmen ihres Publikums, auch die Herzen der Zuhörer im Sturm erobert.

Tori Sparks ist bereits in 23 Ländern aufgetreten – spielt vor 30 Menschen bei Hauskonzerten ebenso wie vor 30.000 etwa beim Montreux-Jazz-Festival und genießt jede Atmosphäre ihrer rund 200 Gigs im Jahr. Aktuell ist gerade ein zweisprachiges Album „El Mar“ in Zusammenarbeit mit dem spanischen Flamenco-Trio Calamento fertig geworden.

Von Doris Hennies