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Celle Stadt Flüchtlinge drehen Kurzfilm in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Flüchtlinge drehen Kurzfilm in Celle
17:56 11.12.2017
Von Dagny Siebke
15 Geflüchtete konnten am Wochenende ihre eigenen Ideen umsetzen. Der Workshop wird vom Bildungsmanagement der Zuwanderungsagentur der Stadt Celle und der vhs Celle in Zusammenarbeit mit dem Bündnis „Niedersachsen packt an“ organisiert. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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„Die meisten haben zum ersten Mal einen Film gedreht“, betont Medienpädagoge Lars Kaempf. „Deswegen können die Teilnehmer stolz auf sich sein, dass sie so viel auf einmal gelernt haben: die Kamera zu bedienen, Interviews zu führen, verschiedene Perspektiven zu suchen, die Filme zu schneiden und sie mit Musik zu unterlegen.“

Ein Film-Team hat die Celler nach ihren Lieblingsorten gefragt. Eine Gruppe berichtete über den interkulturellen Weihnachtsmarkt am Wochenende und das Engagement der Malteser. Hamza Al Mokdad und Tammam Kahil haben einen sehr persönlichen Film über ihren Traum vom Frieden, aber auch die Angst vor den Sprachprüfungen gedreht. Eine vierte Truppe hat eine Dokumentation über den Workshop gemacht. Ein Teil der Fünfminüter soll im Frühjahr auf einem neuen Weblog von und für Flüchtlinge in Celle online gehen.

Rahimullah Rahimi hat sich überwinden müssen, die Celler auf dem Weihnachtsmarkt anzusprechen. Der 18-Jährige sagt: „Man sollte sich trauen, sonst lernt man nichts.“ Einige Celler wollten sich nicht interviewen lassen. Doch ein Familienvater hat sich doch dazu bereiterklärt. „Hinterher hat er gesagt, dass er stolz auf meine Leistung ist. Das war für mich eine tolle Motivation“, erzählt der Jugendliche.

Rahimi lebt seit zwei Jahren in Deutschland und besucht die Oberschule Lachendorf. Einen Ausbildungsplatz als Heizungs- und Sanitärtechniker hat er schon sicher. „Ich habe beim Workshop mitgemacht, weil ich überall mal reinschnuppern möchte“, betont der 18-Jährige. „Auch beim VHS-Fotokurs war ich schon dabei.“

Während Rahimi im Landkreis Celle seinen Weg geht, ist seine Familie in Afghanistan übers ganze Land verteilt. „Seit drei Monaten habe ich keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern, weil eine Antenne in die Luft gesprengt wurde. Jeden Tag probiere ich, Mama und Papa zu erreichen.“ Hier in Deutschland verfolgt er auch die Diskussion, wie sicher Afghanistan ist. „In den Bergen ist es immer sicher. Nur bieten Gebirge kein Zuhause, wenn es dort keine Wasseranschlüsse gibt.“