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Celle Stadt Flüchtlinge in Celle warten auf Sprintklassen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Flüchtlinge in Celle warten auf Sprintklassen
17:26 08.09.2016
Andreas Smid erklärt Zaheer Schair Mustafa (von links), Ebrima Saisy und Aliha Jallow, wie sie ein Fahrrad reparieren können. Die Flüchtlinge besuchen ein Berufsvorbereitungsjahr an der Axel-Bruns-Schule.  Quelle: Michael Schäfer
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Jeden Tag rufen bei Studiendirektor Hans-Wilhelm Hartwig etwa fünf Bewerber oder deren Betreuer an, um sich nach dem Sprach- und Integrationsprojekt für jugendliche Flüchtlinge (kurz Sprint) zu erkundigen. Aktuell gibt es in Celle vier Sprintklassen mit 68 Schülern, die zwischen 16 und 21 Jahre alt sind. Innerhalb eines Jahres lernen sie die deutsche Sprache und werden auf die regionale Kultur sowie das Arbeitsleben vorbereitet. Aktuell stehen weitere 60 Jugendliche auf der Warteliste und müssen sich wahrscheinlich noch ein halbes oder gar ein ganzes Jahr lang gedulden.

Hartwig ist Ansprechpartner für die Beschulung von Flüchtlingen an den berufsbildenden Schulen in Celle. Er betont: „Alle schulpflichtigen Geflüchteten sind versorgt.“ So starteten zu Beginn des Schuljahres sieben Klassen, die ein Berufsvorbereitungsjahr belegen und weitere zehn Schüler wurden auf die allgemeinbildenden Schulen in Celle verteilt. „Wir schauen bei jedem Schüler, was ihm am meisten bringt“, erklärt Hartwig.

„Die Situation bei den Sprintklassen ist für alle Beteiligten doof“, sagt Hartwig. Aktuell gebe es zwar viele motivierte Pädagogen, doch es bestehe ein anderes Problem: „Wir können die Leute nur zwei Jahre lang beschäftigen. Wenn die Befristung ausläuft, müssten sie dauerhaft eingestellt werden.“ Und das sei derzeit nicht möglich. Hartwig sieht das Land Niedersachsen in der Pflicht, Übergangslösungen zu schaffen. Sonst könne man die Nachfrage nicht stillen.

Für die Stadt Celle gebe es keine Wartelisten für die Beschulung von Flüchtlingskindern, betont Pressesprecherin Myriam Meißner. Doch werden in der Hehlentorschule aktuell zwei Kinder erst nach den Herbstferien in die Sprachlernklasse aufgenommen werden können. „Hintergrund ist hier, dass die beiden Sprachlernklassen der Schule derzeit voll sind und, dass das Land für die bestehende Sprachlernklasse in der Grundschule Altstadt keine Lehrkraft bereitstellen konnte und diese daher zum neuen Schuljahr nicht aufrecht erhalten werden konnte.“ Im Kita-Bereich gebe es in Vorwerk eine erhöhte Nachfrage nach Plätzen für Flüchtlingskinder. „Hier sind wir im Gespräch mit freien Trägern zur kurzfristigen Ausweitung des Angebots“, erklärt Meißner.

Von Dagny Rößler