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Celle Stadt Flüchtlingsunterkünfte: Celler Turnhallen rücken in den Fokus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Flüchtlingsunterkünfte: Celler Turnhallen rücken in den Fokus
19:26 14.10.2015
    Foto von Sportunterricht Ikarus-Schule Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Noch wird in der Turnhalle der Ikarus-Grundschule in Lachendorf Sport getrieben. Doch das könnte sich bald ändern. Denn die Samtgemeinde braucht dringend mehr Platz für Flüchtlinge, und jetzt ist eine weitere Aufstockung der Kontingente avisiert.

Aus dem Zustrom von Flüchtlingen wird immer mehr ein Ansturm, den das Land weiterreicht und den Landkreis und die Kommunen immer schwerer händeln können. „Wir sind schon mit der jetzigen Quote überfordert, wenn sich die Zahlen noch mal erhöhen, werden wir über andere Dinge nachdenken müssen, die wir immer vermeiden wollten“, sagt Jörg Warncke, Samtgemeindebürgermeister in Lachendorf.

Genau diese Erhöhung ist dem Landkreis Celle aber angekündigt worden. So soll laut einem Schreiben des Innenministeriums die Zahl der Flüchtlinge, die pro Woche auf die Kommunen verteilt werden, von 1500 auf 2500 erhöht werden. Das heißt, es kommen mehr Menschen und in kürzeren Fristen.

Die Kommunen seien sehr belastet, aber leider stehe das Land vor einem „Unterbringungsnotstand“, schreibt Staatssekretär Stephan Manke in einem Brief. Man hoffe weiter auf die Unterstützung von den Städten und Gemeinden. Gleichzeitig weist er schon mal darauf hin, dass sich die Zahl der Asylbewerber in der nächsten Festsetzungsperiode, also nach Januar 2016, verdoppeln wird. Ach so und übrigens: „Dieser Hinweise wurde vonseiten der kommunalen Spitzenverbände gefordert, damit Sie sich für den kommenden Zeitraum auf diese besondere Lange einstellen können“, heißt es.

Diese Aussage hält Warncke für „ein starkes Stück. Wenn die Spitzenverbände also nicht darauf gedrungen hätten, wären wir völlig unvorbereitet getroffen worden.“ Bei diesem Anstieg wird Lachendorf laut Warncke auch die Unterbringung der Asylbewerber in öffentlichen Gebäuden, und das heißt auch in Turnhallen, zurückgreifen müssen. In Lachendorf wäre dann wohl die Ikarus-Grundschule mit als Erste betroffen.

„Letztlich musste man damit rechnen“, sagt Schulleiterin Elisabeth Stratenschulte, „dass uns das aber vor Probleme stellen würde, ist auch klar“. In einer Dienstversammlung hat das Kollegium schon einmal Alternativen durchgespielt. Sport im Freien, solange die Witterung es hergibt und Bewegung in der Aula sind zwei Überlegungen.

Landrat Klaus Wiswe (CDU) hat angesichts der Ankündigung alle Celler Bürgermeister am Freitag zu einer Lagebesprechung eingeladen. „Es geht zum einen um Informationsaustausch, zum anderen auch um die Frage, ob wir die Flüchtlinge, wenn wir sie schon so vom Land übernehmen, vernünftig registrieren können“, sagt Wiswe. In Lachendorf sieht man dafür keinen Weg.„Für uns ist das gegenwärtig undenkbar“, sagt Warncke.

In den Fokus rücken auch immer stärker alte Gebäude des Landkreises, wie die gerade geschlossenen Schulen. „Wir haben zum Beispiel die Schule in Hambühren auf der Agenda. Anders geht es in der derzeitigen Situation ja gar nicht mehr“, sagt Wiswe. Neben Hambühren gibt es auch noch leere Schulen in Faßberg und Eschede.

Von Tore Harmening