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Celle Stadt „Flüsterasphalt“ für Ostumgehung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Flüsterasphalt“ für Ostumgehung
19:11 26.12.2011
Von Michael Ende
Celle Stadt

„100 Autos sehen und nur 20 Autos hören“ – so wirkt sich nach Ansicht der Unabhängigen im Celler Stadtrat der Einsatz von „Flüsterasphalt“ im Straßenbau aus. Durch den Einsatz des fortschrittlichen Belages werde Verkehrslärm auf ein Fünftel reduziert, so Unabhängigen-Fraktionsvorsitzender Udo Hörstmann, der jetzt in einem Antrag fordert, dass das neue Material sowohl beim Bau der Ostumgehung als auch auf ihren „Zubringern“ verarbeitet werden solle.

Der Bau der Ortsumgehung habe für die Anlieger in Sicht- und Hörweite der neuen Trasse erhebliche Lärmbelastungen zur Folge, so Hörstmann: „Auch wenn die Belastungen unterhalb der gesetzlichen Duldungsschwelle liegen sollten und aus diesem Grunde im Planfeststellungsverfahren Lärmschutzmaßnahmen nicht vorgesehen sind, ist Abhilfe erforderlich und möglich.“ Das betreffe unter anderem die Straße Zur Bünte, den Bereich zwischen Burger Landstraße und Celler Weg, den Altenceller Weg und Nebenstraßen und die Braunschweiger Heerstraße zwischen Altenceller Feld und Altenceller Schneede: Die Schneede würde nach der Befürchtung der Unabhängigen „endgültig den Verkehrscharakter eines Autobahnzubringers“ erhalten und praktisch gar unbewohnbar werden.

Der vom Rat der Stadt Celle beschlossene Lärmaktionsplan bestimme, dass bei allen Sanierungs- und Neubaumaßnahmen der Einbau von besonders lärmarmen Deckschichten geprüft werden solle und stelle fest, dass dadurch im Vergleich zu herkömmlichem Asphalt keine wesentlich höheren Kosten entständen, so Hörstmann: „Die Mehrkosten sind mit einem Euro pro Quadratmeter gering, während die Wirkung zum Schutz der Bürger gigantisch ist. Bezüglich einer Kostentragungspflicht des Bundes für die Herrichtung der Altenceller Schneede mit Flüsterasphalt ist bekannt, dass der Bund den Bau von Straßen in Städten und Gemeinden normalerweise nicht fördert. Er ist nur für Autobahnen und Bundesstraßen zuständig.“ Allerdings seien hier die Umgehungs-Folgen so gravierend, dass es nicht nur sinnvoll, sondern sogar eine Pflicht des Bundes sei, diese kommunale Straße lärmtechnisch zu sanieren und die dadurch entstehenden Kosten zu tragen.

Sollte sich diese Hoffnung nicht erfüllen, müsste halt die Stadt ran, so Hörstmann: „Wenn und soweit eine Finanzierung des Bundes für den Flüsterasphalt nicht zu erreichen ist, muss die Stadt diese Kosten tragen, da die Ortsumgehung und damit auch die Folgen dieser dringend erforderlichen neuen Trasse im Interesse aller Celler Bürger liegt.“

Die Stadtverwaltung möchte sich zu diesem Vorstoß noch nicht äußern. „Der Antrag wurde in den Ausschuss für Straßenbau und Verkehr verwiesen. Dort wird er in der kommenden Sitzung am 26. Januar behandelt“, so die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner.