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Celle Stadt Forstbetriebsgemeinschaft Celler Land feiert
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Forstbetriebsgemeinschaft Celler Land feiert
14:04 12.06.2012
Bezirksfˆrster Karsten Meiertˆns (links) und der Gesch‰ftsf¸hrer der Forstbetriebsgemeinschat Celler Land, Volker Schulte, beim Aufmafl der gestapelten Baumst‰mme - Quelle: Lothar H. Bluhm
Celle Stadt

Mit einem Waldanteil von 45 Prozent gehört der Landkreis Celle zu den waldreichsten Regionen Deutschlands. Dabei sind es überwiegend private Eigentümer, die den Wald über Generationen pflegen und nachhaltig bewirtschaften müssen. Vor 75 Jahren haben sie sich zu einer Forstbetriebsgemeinschaft zusammengeschlossen.

Der geländegängige grüne Großraumwagen stoppt auf dem verwachsenen Waldweg vor dem Tor des Wildschutzzaunes: Hier, auf der rund zwei Hektar großen Waldfläche haben Bezirksförster Karsten Meiertöns und seine Mitarbeiter unter altem Kiefernbestand junge Douglasien und Buchen gepflanzt. Jetzt kontrolliert er die jungen Pflanzen auf mögliche Schädlinge. -

Das ist eine der Aufgaben der Forstbetriebsgemeinschaft, die für eine Fläche von 49000 Hektar in dem Dreieck A2 – A7 – Unterlüß die forstfachliche Betreuung wahrnimmt. „In unseren Wäldern wachsen zirka 70 Prozent Kiefern und zehn Prozent Fichten“, kennt Volker Schulte den Bestand genau. Er ist seit über einem Jahr Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Celler Land (FBG), der gut 2300 Waldbesitzer angehören. Es sei kein Großgrundbesitz, sondern eine Vielzahl von kleineren und mittleren Waldbesitzern, die sich zur FBG zusammengeschlossen haben, sagt Schulte.

„Früher waren die meisten Eigentümer auch Landwirte, inzwischen kommen viele Waldbesitzer auch aus anderen Bereichen.“ Wald dient zunehmend vielen als sichere Anlageform, denn seit etwa zehn bis 15 Jahren gewinnt Holz wieder mehr an Bedeutung. Als Industrieholz, als Palettensortiment, als klassisches Bauholz oder als Brennmaterial wird Holz wertvoller.

Der Begriff Nachhaltigkeit sei heutzutage in aller Munde. „Im modernen Sinne ist gemeint, dass in allen Bereichen des ökonomischen, ökologischen und sozialen Wirkens und Handelns etwas andauern, bleiben, nachwirken oder haltbar sein soll, noch lange nachdem es genutzt, verbaut oder in Bewegung gesetzt wurde", beschreibt Schulte einen schon 300 Jahre alten Grundsatz, der gerade für Waldbesitzer gilt. „Wenn vor 40 Jahren ein Orkan oder Feuer Waldflächen vernichtet hat, wirkt das für Waldbesitzer so, als sei es erst vorgestern gewesen: Die Zeit zwischen Anpflanzen und Ernte des Holzes beträgt mitunter 80 bis 100 Jahre“, erinnert Schulte an Windbruch- und Waldbrandkatastrophen.

„Wir als Dachverband sind ein Holzvermarktungs- und Dienstleistungszentrum für unsere Mitglieder“, beschreibt Schulte die FBG, die jährlich rund zehn Millionen Euro umsetzt. „Unsere Arbeit hat dazu geführt, dass wir vitale, arten- und vorratsreiche Wälder haben.“

Von Lothar H. Bluhm