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Celle Stadt Fragestunde in Celle: Dialogische Worte über dialogische Dinge
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fragestunde in Celle: Dialogische Worte über dialogische Dinge
20:39 20.08.2017
„Scheinheilige“, „Kreuzträger“ und „Begegnungen“ in der Ausstellung des Künstlers Jens Hemme im Kulturcafé „nebenan“. Quelle: David Borghoff
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Trotz Regenschauer fanden sich genügend Gäste ein, um unter dem großen Zeltsegel auf dem Kirchplatz, begleitet von der Band „Grandma’s Finest“, dem kulturellen „Talk“ zu lauschen oder sich einzubringen. Souverän und in geistvoller Weise unterhaltend fand Döring Antworten auf die Fragen nach dem Verhältnis von Theater und Kirche, nach Formen des individuellen Dialogs und möglichen Institutionen übergreifenden Kooperationen. „Wir wollen nicht Stücke vorspielen, sondern etwas bringen, was Menschen beschäftigt“, erklärte er. Auch die Predigt geschehe ja im besten Falle nicht von oben herab, sondern als Initialzündung für tiefergehende Gedankengänge.

Für einen Dialog würden die Schauspieler mit dem „Theater Landpartie“ sogar in die Fläche ziehen und statt mitgeführter Pappkulissen die Strahlkraft der zu bespielenden Orte nutzen. Dass man in Celle offenbar einen starken Hang zum Mitspielen habe – gefragt wurde nach Playbacktheater, erwähnt wurden Passionsspiele – nahm Döring gern auf. Dennoch meint man: Celle kann alles. Dies scheint momentan ein echtes Phänomen zu sein.

Dem Menschen überhaupt, seiner Rolle auch als Opfer gesellschaftlicher Zwänge, kann man sich nähern, wenn man sich die Ausstellung im Kulturcafé „nebenan“ von Jens Hemme ansieht. Bilder wie „Berg und Arche“, „Scheinheilige“, „Falsche Propheten“ oder „Begegnung“ eröffnen einen ganz eigenen Dialog.

Von Aneka Schult