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Celle Stadt Frauen auf den Spuren Eléonores in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Frauen auf den Spuren Eléonores in Celle
17:53 05.11.2010
Der Lauftreff von der ezidischen Gruppe Nû-Jin machte einen Stadtrundgang mit. - Quelle: Margitta True
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Nû-Jin ist der 2004 gegründete „Aufbruch für ezidische Mädchen und Frauen“ in eine bessere und gleichberechtigtere Zukunft. Zu den Treffen dieser Gruppierung kommen nicht nur Jesidinnen, „bei uns sind mittlerweile sehr viele Nationen vertreten", sagt Sprecherin Gule Tuku.

Zweimal in der Woche geht es um Fitness: Beim Walken oder Joggen werden Erfahrungen ausgetauscht. „Ich wollte nicht mehr auf dem Sofa sitzen, sondern etwas für meine Gesundheit tun“, sagt die 58 Jahre alte Samvuay Detlevs. Die Thailänderin lebt seit 17 Jahren in Deutschland. Doch vor allem ginge es um den Austausch mit anderen Migrantinnen, bestätigen auch ihre Sportkameradinnen.

Gleichstellung sei die Teilnahme von Frauen am öffentlichen Leben in jedem Bereich, betont Brigitte Fischer. Für Frauen mit Migrantenhintergrund käme hinzu, dass sie sich in ihrem Leben vollkommen neu orientieren müssten. Das Beispiel Eléonore zeige, dass sie damit nicht allein seien. „Das hat es schon immer gegeben. Eléonore hat vielen Verfolgten geholfen, die dann hier eine neue Heimat gefunden haben". Die Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg stammte aus einer Hugenotten-Familie. Nach ihrer Heirat mit Georg Wilhelm von Braunschweig hatte sie eine reformierte Kirche in Celle gegründet und auch mit eigenen Mitteln unterhalten. „Trotz hoher Spielschulden“, wie Pastor Andreas Flick schmunzelnd anmerkte. Der Präsident der Hugenotten-Gesellschaft verdeutlichte das Ausmaß der Verfolgung, die Menschen aufgrund ihres Glaubens im Reich Ludwig XIV. erlebt hatten.

Eine Station des Rundgangs war die Kirche, die die 1686 gegründete Französisch-refomierte Gemeinde errichtet hatte. Rund 300 Glaubensflüchtlinge aus Frankreich hatten durch Eléonores Fürsprache in Celle eine neue Heimat gefunden – wie die Rundgang-Teilnehmerinnen, die zum Teil ebenfalls Glaubensverfolgung erfuhren und von vielerlei Formen von Gewalt berichten können. „Aber davon wollen wir nicht sprechen“, sagt Gule Tuku. „Wir leben jetzt hier, müssen uns öffnen und aktiv sein. Alle Menschen sind gleich.“

Internationaler Kochabend: Nû-Jin lädt am Montag, 8. November, zu einem gemeinsamen internationalen Kochabend ein. Nähere Informationen und eine Anmelde-Möglichkeit gibt es unter (05141)81495.

Von Margitta True