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Celle Stadt "Frauen und Wirtschaft": Ärger um Stellenbesetzung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Frauen und Wirtschaft": Ärger um Stellenbesetzung
17:55 16.09.2013
Christine Schröpfer Quelle: Lothar H. Bluhm
Celle Stadt

Es war ein kompakter Vortrag, den Christine Schröpfer über ihre Arbeit als Leiterin der Koordinierungsstelle „Frauen und Wirtschaft” im Wirtschaftsausschuss des Landkreises abgab. Mehr Frauen aus dem Landkreis als in der Stadt würden das Angebot für den Wiedereinstieg in den Beruf nutzen. „Zudem beraten wir viele Firmen im Bereich Familienfreundlichkeit und schauen genau hin, was braucht das Unternehmen”, sagt Schröpfer.

Insgesamt also eine zufriedenstellende Arbeit auch im Landkreis, die jetzt dennoch geteilt wird. So sei mit der Stadt Celle besprochen worden, dass die Geschäftsführung ab dem 1. Januar 2014 von zwei Personen wahrgenommen wird. „Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass eine ausgewogene Betreuung aller Firmen im Kreisgebiet stattfinden kann.” Diese Aussage erregte das Interesse der Politiker. So gab es gleich mehrere Nachfragen unter anderem von Annegret Pfützner (Grüne), die von Schröpfer wissen wollte, „warum die Stelle geteilt wird, wenn Sie so erfolgreich arbeiten”. Vielleicht seien die Unternehmen im Landkreis etwas zurückhaltender, antwortete Schröpfer.

Hans-Georg Ratsch-Heitmann (CDU) hakte nach, meinte, dass diese Aussage angesichts der Präsentation „nicht schlüssig” sei. In der Tat waren diese Aussagen relativ schwammig und sie haben wohl auch einen etwas anderen Hintergrund genauso wie die Teilung der Stelle - dies wussten zumindest einige Politiker aus dem Gremium hinterher zu berichten. So ernährt sich Christine Schröpfer offenbar fleischlos und lehnt den Schlachthof in Wietze ab. Nun ist es ihr natürlich als Privatfrau gestattet, zu denken was sie möchte. Schröpfer lehnte es aber wohl auch kategorisch ab, die Firma Rothkötter und den Schlachthof in Wietze im Bereich Familienfreundlichkeit mit ihrer Kompetenz zu beraten.

Ab hier wird der Vorgang heikel, denn schließlich ist sie Beschäftigte der Stadt und des Landkreises und sich einfach zu weigern, ihren Aufgaben nachzugehen, ist eine Pflichtverletzung, die für jeden Beschäftigten im öffentlichen Dienst normalerweise Konsequenzen haben müsste. Zumal die gesamte Arbeit der Koordinierungsstelle mit 155.000 Euro pro Jahr finanziert wird, wobei 75 Prozent von der EU kommen. Aber Steuergeld bleibt Steuergeld.

Nach CZ-Informationen war denn auch genau aus diesem Grund der Landkreis ziemlich sauer und wenn es nach den dort Verantwortlichen gegangen wäre, hätte die Stelle neu ausgeschrieben werden müssen. Doch offensichtlich hat Schröpfer Fürsprecher in der Celler Stadtverwaltung, denn dort wurde weiter an ihr festgehalten.

Am Ende kam jetzt der Kompromiss mit der Stellenteilung heraus. Doch dadurch werden wohl Reibungsverluste entstehen, denn wenn sich zwei Personen eine Stelle teilen, müssen sie ihre Arbeit koordinieren, was zusätzlichen Aufwand bedeutet. Warum die Stadt Celle diesen Kompromiss unbedingt haben wollte, ist bisher unklar. Der Wirtschaftsausschuss der Stadt hat die Fortführung der Stelle bereits empfohlen. Allerdings ist es gut möglich, dass dort niemand aus der Politik die Geschichte hinter der Geschichte mitbekommen hat....

Von Tore Harmening