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Celle Stadt Freie Radikale und Wikipedia im Visier
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Freie Radikale und Wikipedia im Visier
15:19 18.02.2010
BernhardHoecker-Portrait.jpg Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Als festes Mitglied im Team der TV-Ratesendung „Genial daneben“ und zahlreicher weiterer Fernsehauftritte gehört der Bonner Comedian Bernhard Hoëcker zu den populärsten Spaßvögeln der Republik. Dass er auch zu den besten gehört, demonstrierte er bei seinem Auftritt in der CD-Kaserne überzeugend. Sein Programm „Wikihoecker 3.0“ enthielt natürlich einen Sack voller Sprüche und Pointen. Aber wie er mit den spontanen Publikumsreaktionen umging, das war höchst unterhaltsam und beeindruckend.

Der Programmtitel diente Hoëcker als Aufhänger, um über den naiven Umgang mit der Online-Enzyklopädie „Wikipedia“ zu lästern: „Willst Du ein Klugscheißer sein, ist Wikipedia für Dich richtig.“

Ob denn jemand mit Wikipedia arbeite, fragte er ins Publikum. Ein Nienhäger bekannte, für seine Tochter der 4. Klasse zum Thema „Erdbeben“ etwas herausgesucht zu haben. „Aha“, kommentierte Hoëcker die Antwort, „da hat der Vater nicht nur geholfen, sondern auch noch abgeschrieben.“

Nebenbei streifte er auch andere Themen, darunter die Homöopathie. Deren Wirkungsweise habe sich ihm noch nicht ganz erschlossen: Bei der Herstellung müssten die Medikamente siebenmal geschüttelt werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Was passiere denn aber, wenn die Lieferung anschließend auf Lkws durchgeschüttelt werde? Sei das „den Medikamenten egal“? Und dann dieses Wirkstoff-Verdünnen nach der Methode: „Je weniger, desto mehr Wirkung“: „Das ist so, als wenn Du über ein Feld gehst, furzt – und alles ist gedüngt!“

Offensichtlich bereitete es dem Comedian großen Spaß, sein Publikum nach Berufen oder dem Geburtsjahr auszuhorchen. Als eine im Zuschauerraum sitzende Kinderärztin erklärte, sie habe mit dem Thema „Freie Radikale bei Neugeborenen“ promoviert, meinte er: „Also über die PDS im Brutkasten“. Bei einem anderen Gast bemerkte Hoëcker ein Tattoo auf Unterarm: „Sind das jetzt chinesische Schriftzeichen, oder hast Du Dich bloß ungeschickt am Arm gestoßen?“.

Das Publikum erlebte ein hellwaches, charmantes Energiebündel auf der Bühne und war begeistert.

Von Peter Bierschwale