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Celle Stadt „Freispruch dritter Klasse“ für Claude-Oliver Rudolph vor Celler Amtsgericht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Freispruch dritter Klasse“ für Claude-Oliver Rudolph vor Celler Amtsgericht
16:13 03.02.2015
Claude-Oliver Rudolph (links) und sein Anwalt Nikolaus Krebsbach-Noske beim gestrigen Celler Gerichtstermin. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Das Verfahren wegen Nötigung am Amtsgericht Celle gegen den Schauspieler Claude-Oliver Rudolph ist am Montag eingestellt worden. Darauf einigten sich die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung, nachdem Aussage gegen Aussage stand. Die Kosten des Verfahrens trägt die Landeskasse.

Dem 58-Jährigen, der einst als James-Bond-Bösewicht auf der Leinwand brillierte, wurden Nötigung und der Verstoß gegen das Waldgesetz zur Last gelegt. Während seines Engagements am Celler Schlosstheater hatte Rudolph mit seinem Hund am späten Nachmittag einen Spaziergang durch die Maschwiesen gemacht. Auf dem Weg nach Altencelle hatte ihn ein Jäger gestoppt. Der machte ihn darauf aufmerksam, dass sein Labrador-Mischling Rehe gehetzt habe – beim nächsten Mal könne er den Hund im Jagdgebiet erschießen. Laut Anklage soll Rudolph dem entgegnet haben: „Dann sind Sie der Nächste, der erschossen wird.“

Der prominente Angeklagte stritt die Vorwürfe ab („eine völlige Verdrehung der Tatsachen“) und zahlte den deswegen ergangenen Strafbefehl über 450 Euro nicht: Der Jäger habe im Gegenteil ihn und seinen Hund bedroht. Zudem will Rudolph kein Rehwild gesehen haben. Sein Hund habe außerdem gar nicht die Kondition, Rehen hinterher zu jagen.

Doch genau das will der Jäger von seinem Hochsitz aus beobachtet haben. Laut seiner Aussage sei der Hund 20 Minuten hin- und hergerannt und habe die Rehe aufgescheucht, die der 70-Jährige eigentlich schießen wollte. Der Senior stritt die Drohung ab, Hund und Herrchen erschießen zu wollen.

Da beide sich gegenseitig beschuldigten, beantragte der Staatsanwalt, das Verfahren einzustellen. Dem stimmte auch Rudolphs Verteidigung zu. Rechtsanwalt Nikolaus Krebsbach-Noske war indes nicht recht zufrieden mit dem „Freispruch dritter Klasse“: „Das ist so, als ob das Ganze nicht passiert ist.“

Bereits im Dezember 2013 hatte Rudolph vor dem Celler Amtsgericht nur einen Freispruch zweiter Klasse erhalten; damals musste sich der mehrfach vorbestrafte TV-Star wegen gefährlicher Körperverletzung einer Ex-Freundin verantworten. Das Verfahren wurde damals wegen geringer Schuld eingestellt.

Rechtsanwalt Krebsbach-Noske und sein Mandant überlegen nun, verwaltungsrechtliche Schritte gegen den Jäger einzuleiten. „Es geht um die Frage, ob er in seinem Alter noch in der Lage ist, als Jäger eine Waffe tragen zu dürfen.“

Von Dagny Rößler