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Celle Stadt Freiwillige können Zivis nicht ersetzen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Freiwillige können Zivis nicht ersetzen
12:32 20.06.2012
Bundesfreiwilligendienst in Celle beim DRK Uwe Ammoneit mit Tobias Eder und Britta Lehne Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

„Die BFDler können nicht die Lücke schließen, die die Zivildienstleistenden hinterlassen haben“, sagt Anne Brandt, Sprecherin bei den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege. Und diese Lücke ist beachtlich. Nach Angaben des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ist die Zahl der BDFler bundesweit auf 35.000 begrenzt. Sind diese Kontingente erschöpft, gibt es keinen Nachschub.

Bei der Caritas, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Diakonie und der Arbeiterwohlfahrt sind landesweit etwa jeweils 1100 BFDler beschäftigt. „Geschätzt gab es zuvor dreimal so viele Zivis“, erklärt Brandt. Jeweils 2300 junge Männer und Frauen absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei diesen Verbänden.

DRK-Pressesprecher Dieter Schütz bestätigt diese Angaben. „Früher verfügten wir bundesweit über 7000 Zivis. Heute haben wir nur noch 2500. Dazu kommen etwa 11.000 FSJler. Die hatten wir aber vorher schon“, so Schütz. Kompensiert werde der Wegfall vor allem durch qualifiziertes Personal. „Wir kommen bundesweit gut zurecht, haben keine elementaren Probleme“, sagt Schütz. Trotzdem fordert er ein höheres Kontingent von der Bundesregierung. Denn an potentiellen Freiwilligen mangelt es nicht: „Auf unserer Warteliste sind 2500 Menschen, doch wir können nur die Hälfte nehmen.“

Uwe Ammoneit, Leiter des Rettungsdienstes beim DRK-Kreisverband Celle, merkt den Wegfall in seiner täglichen Arbeit. „Derzeit haben wir acht BDFler, drei in der Pflege und fünf im Rettungsdienst. Die ersetzen fünfzehn Zivildienstleistende“, so Ammoneit. Vor allem in der Pflege würde mehr Arbeit für die Fachkräfte anfallen. Zudem gebe es Schwierigkeiten den Hausnotruf-Dienst regelmäßig voll zu besetzen. „Das war früher die Aufgabe unserer Zivis.“ Auch er fordert ein höheres Kontingent an Kräften.

Doch es läuft nicht alles schlecht. Gabriele Wustrau, Diplom-Psychologin bei der Lebenshilfe Celle, hat gute Erfahrungen mit dem BFD gemacht. „Wir haben alle Plätze besetzen können, sind mit 15 zu besetzenden Stellen gut aufgestellt.“

Insgesamt sind in Niedersachsen rund 2600 Menschen im Bundesfreiwilligendienst engagiert. Neben dem sozialen Bereich werden sie in der Sportjugend, im Naturschutz oder Stiftungen eingesetzt.

Von David Sarkar