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Celle Stadt Frieden schaffen mit der Flex: Celler Techniker bei UN-Einsatz in Kolumbien
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Frieden schaffen mit der Flex: Celler Techniker bei UN-Einsatz in Kolumbien
17:23 12.10.2017
Von Christian Link
Quelle: THW/Link/Montage:CZ
Celle Stadt

"In den drei Wochen habe ich rund 5600 Waffen entgegen genommen und weitergegeben. Meine Aufgabe war es, die Waffen entsprechend zu kennzeichnen, damit sie an den richtigen Stellen durchtrennt werden", berichtet Klose. Beim THW wird der Bergungsgruppenführer aus Celle eigentlich als Auslandsexperte für Trinkwasser gehandelt. Für die UN-Mission in Kolumbien passte er aber auch ganz genau ins Einsatzprofil. "Ich bin gelernter Heizungsbauer, deswegen kann ich thermisch trennen. Ich habe auch gedient und schon mal 'ne Waffe gesehen", sagt Klose.

Mehr als 8000 Guerilleros hatten nach dem Friedensschluss in Kolumbien freiwillig ihre Waffen abgegeben, 998 geheime FARC-Arsenale wurden geräumt. Laut dem Auswärtigem Amt machte das THW mehr als 8800 Waffen sowie über 20.000 Munitionskartuschen mit Diamanttrennschneidern und Plasmaschneidegeräten unbrauchbar. Von der Kalashnikow bis zum Scharfschützengewehr sei alles mögliche dabei gewesen, berichtet Klose. Gelegentlich habe er mal ein Zielfernrohr oder ein leeres Magazin entfernen müssen. Schussbereite Pistolen oder Gewehre waren aber nicht dabei: "Die Waffen wurden im Vorfeld fünfmal von der UN kontrolliert." Auch bei der sogenannten Deaktivierung gingen die Einsatzkräfte gründlich vor: "Das musste alles passen. Das wurde bis auf die letzte Feder kontrolliert."

Für Klose ist die Entwaffnung der Rebellen der zweite große Auslandseinsatz seiner bereits 15-jährigen THW-Laufbahn. Nach seiner Zeit als Sanitätssoldat bei der Bundeswehr hatte er sich damals nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit umgesehen. "Ich wollte irgendwas noch machen, aber alles andere war mir zu regional. Ich wollte ins Ausland, wo man sichtbar Hilfe benötigt", sagt der 41-Jährige. Darum habe er sich fürs THW entschieden.

2015 – während der Ebola-Krise – war Klose bereits vier Wochen in Afrika im Auslandseinsatz. "Wir haben Brunnen hochgezogen, Röntgenapparate in Buschkrankenhäusern repariert, Betonfundamente gegossen oder Autoservice geleistet. Also wirklich alles, was unter Technik fällt", sagt er. "Wenn mann tatsächlich vor Ort ist, dann bringt man schon ein paar Erfahrungen mit, von denen man zehren kann. Und der Blickwinkel auf das Weltgeschehen ändert sich ein bisschen."

Weitere internationale Missionen sollen folgen. "Mein Arbeitgeber weiß, dass ich innerhalb von acht Stunden im Flieger sitzen kann und dann zwei Wochen weg bin", sagt Klose. Doch die Firma Nibe aus Altenhagen, wo er als Techniker im Bereich Wärmepumpen arbeitet, habe dafür viel Verständnis. Kloses Einsatzbereitschaft hat aber auch Grenzen. "Erst kommt die Familie, dann die Arbeit und dann das THW", sagt der Vater von fünf Töchtern.