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Celle Stadt Friedhof Garßen: Würdiges Andenken ohne Aufwand
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Friedhof Garßen: Würdiges Andenken ohne Aufwand
16:55 13.05.2015
    Friedhof Garßen: Ulf Wichmann, Friedhofsverwalter in Garßen, achtet auch auf die Standsicherheit der Grabsteine. Quelle: Martina Hancke
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Der Kahlschlag, den das Orkantief Kyrill im Jahr 2007 vielerorts verursacht hat, ist auch auf dem Garßener Friedhof noch immer sichtbar. „30 Bäume haben wir damals verloren“, sagt Ulf Wichmann vom Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Markusgemeinde Garßen. Er ist seit 15 Jahren als Friedhofsverwalter tätig, betreut 30 bis 40 Beerdigungen im Jahr und kümmert sich auch um die Gestaltung der Anlage. Dabei kommt ihm zugute, dass er gelernter Gärtner ist.

Zur Straße hin ließ Ulf Wichmann eine Hecke aus Rotbuchen pflanzen. Die neue Lindenallee hat er zu Hause selbst gezogen. Gehölzgruppen beleben jetzt die vormals baumlosen Flächen. Zahlreiche Bänke laden unter Bäumen zum Verweilen ein. „Jede Bank ist von Bürgern gestiftet worden“, betont der Garßener. Im Dorf hält man noch etwas auf die Totenehrung. Das ist auch an den durchweg gepflegten Grabstätten zu erkennen.

Anonyme Gräber gibt es auf dem kirchlichen Friedhof nicht, jedoch eine Wiese, auf der die Verstorbenen mit einer kleinen Steinplatte geehrt werden. Vor einigen Jahren hat Ulf Wichmann zusammen mit dem Steinmetzmeister Peter Schaper aus Eschede ein Konzept für pflegeleichte Grabstätten entwickelt: Eine Steinplatte, ca. 100 mal 80 Zentimeter, bildet die Grundlage. Auf ihr kann senkrecht oder in schrägem Winkel stehend ein Stein mit Inschrift gesetzt werden. Auf der Platte ist Raum, um Blumenschalen abzustellen. Auf Wunsch wird sie auch mit einem unterbrochenen „Fenster“ gefertigt, sodass an dieser Stelle direkt kleine Pflanzen wie Stiefmütterchen gesetzt werden können. „Diese pflegeleichte Variante wird sehr gut angenommen“, berichtet Ulf Wichmann. Zum Teil werden sogar bestehende Gräber in pflegeleichte umgewandelt, wenn die Hinterbliebenen sich aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr regelmäßig um die Grabstelle kümmern können.

Die früheste auf dem Friedhof Garßen verzeichnete Beerdigung fand am 4. Januar 1940 statt. Früher befand sich der Friedhof direkt an der kleinen Backsteinkirche, die schon über 500 Jahre alt ist. Dort stehen heute Gedenksteine für die gefallenen Soldaten (siehe Beitrag unten).

Die Friedhofskapelle wurde 1965, der Glockenturm 2005 erbaut. Der gesamte Friedhof wird nach der Friedhofssatzung im Heidecharakter gestaltet für ein einheitliches Bild. Im Laufe der Jahre haben sich auch andere Grabgestaltungsformen entwickelt, für die es hinter der Kapelle zwei besondere Bereiche gibt. Der eine ist für größere Familiengräber vorgesehen wie beispielsweise die Grabstätte der Familie Mitzlaff mit Engelsfigur. Auf dem zweiten Areal könnten Angehörige auch einzelne Gräber anders gestalten. Interessanterweise wird das Angebot nicht genutzt. Die Fläche steht noch leer.

Martina Hancke

Von Martina Hancke