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Celle Stadt Fritz Grasshoffs Renaissance als Maler in Kanada
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fritz Grasshoffs Renaissance als Maler in Kanada
19:41 19.01.2014
Peter Stajkoski vor einem - Gemälde von Fritz Grasshoff - im Bomann-Museum. Quelle: Alex Sorokin
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„Graßhoff’sche ‚Kurzgeschichten’ in Gemälden und Grafiken aus Kanada“ hieß der Vortrag, mit dem Peter Stajkoski im Bomann-Museum ins rund 7000 Kilometer entfernte Hudson entführte – eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Fritz Grasshoff als Maler“. Der Journalist, Song-Schreiber, Schriftsteller, Lyriker, Grafiker und Maler, der aus Quedlinburg stammt, lebte nach dem Krieg in Celle und wählte nach etlichen Reisen als Wunschort Kanada. „Mein lieber Peter, ich muss dir was sagen, wir hauen ab“, erinnerte sich der Redner an das Jahr 1983. Stajkoski, nicht nur Galerist, Bildhauer und Grafiker, sondern zu damaliger Zeit auch Bürgermeister von Zwingenberg, ließ den Stadtbewohner ziehen, aber hielt Kontakt zu seinem Freund. „Nur wenige Menschen gewannen Einblicke in die Kanadazeit“, sagte Ralf Busch, Kurator der Grasshoff-Ausstellung. Umso authentischer könne Stajkoski, der Grasshoff – seit Kanada mit Doppel-S – oft im neuen Domizil besuchte, berichten. Dies tat er anhand privater Fotografien und mittels Bilder-Aufnahmen dieser Jahre. Grasshoff, erzählte er, habe all sein Hab und Gut, vor allem seine Grammofone mitgenommen neben den erlebten Geschichten. „In Kanada hatte er eine Renaissance als Maler erlebt“, so Stajkoski. Besonders die Jahreszeiten, aber auch die neue Gesellschaft flossen in die Bildwelten ein und spiegeln sich in den Farbstimmungen wider.

Blumige Sommer mit Kolibris wechseln mit dem Farbenrausch des Indian Summer sowie dem kühlen Blau des gefrorenen Eises vor seiner Tür. Doch auch alte Sujets wie Grasshoffs „Damen“ oder Motive der Zeit in Schweden tauchten wieder in den Ölbildern, Zeichnungen und Monotypien auf. „Dass Grasshoff weniger in seiner Muttersprache reden konnte, hat dem Maler möglicherweise in die Hände gespielt“, meint Stajkoski. Am Ende der Vortragsreise kam der Dichter noch einmal selbst zu Wort mit Versen aus dem „Off“ und seinem „Endgedicht“.

Von Aneka Schult