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Celle Stadt Früher hatten Wölfe keine Freunde unter Menschen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Früher hatten Wölfe keine Freunde unter Menschen
13:05 07.11.2018
Blazekbuch Quelle: cz
Celle Stadt

Sie kehren zurück, es werden immer mehr – und nicht alle sind glücklich darüber. Der Wolf steht unter Schutz, das Wild bietet ihm reichlich Nahrung. Nutztiere reißt er allerdings, wenn sie zu leichte Beute sind.

Vielschreiber Matthias Blazek aus Adelheidsdorf hat in seinem vor wenigen Tagen erschienenen Buch „Die Jagd auf den Wolf – Isegrims schweres Schicksal“ zurückgeblickt ins 18. und 19. Jahrhundert, als der Mensch den Beutegreifer ausrottete und ins 20. Jahrhundert, als einzelne aus dem Osten zugewanderte Wölfe von Jägern zur Strecke gebracht wurden. Da waren die Tiere als vierbeinige Bösewichte längst in die Literatur eingegangen. Das Märchen vom bösen Wolf ist den Rückkehrern eine schwere Bürde.

Blazek hat in Archiven und in gedruckten Quellen eine Fülle von Material erschlossen und auf knapp 100 Seiten in lesbare Form gebracht. Ergänzt um Abbildungen in schwarz-weiß – nur den Bucheinband zieren einige Farbfotos – hat er die verbissene Jagd auf Einzelwölfe nachgezeichnet, die nicht nur Wild, sondern auch Nutztiere rissen, die damals für die Menschen einen ganz anderen Stellenwert hatten als in der heutigen Zeit der Massentierhaltung.

Der Autor stellt auch die königlich hannoversche Jagdverwaltung sowie bedeutende Oberwildmeister vor. Der letzte Wolf, der 1872 bei Wardböhmen vom letzten Leibjäger Georgs V., dem Förster Grünewald, zur Strecke gebracht wurde, war eben doch nicht der letzte. Leider verlegt die Bildunterschrift den 1929 errichteten Gedenkstein auf den Truppenübungsplatz Munster, tatsächlich steht er noch immer unweit der Wolfsbahn auf dem Truppenübungsplatz Bergen. 1948 musste der „Würger vom Lichtenmoor“ sein Leben lassen, vier Jahre später ein Wolfsrüde auf dem Rheinmetall-Schießplatz bei Unterlüß. Sie alle finden in dem Buch Erwähnung.

Matthias Blazek: Die Jagd auf den Wolf – Isegrims schweres Schicksal in Deutschland. Stuttgart, ibidem-Verlag 2014, 106 Seiten, 16,90 Euro. ISBN 978-3-8382-0647-9.

Von Joachim Gries