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Celle Stadt Frühling im Celler Land könnte nass werden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Frühling im Celler Land könnte nass werden
11:41 01.03.2017
Auf schönes Frühlingswetter müssen die Celler noch verzichten. Quelle: Alex Sorokin
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Ausgekehrt wird aber nur die Karnevalszeit, denn die Kette der Tiefdruckgebiete mit viel Regen und Wind reist vorläufig nicht ab. Nur eine Woche nach dem Orkantief „Thomas“ geht’s am Donnerstag mit „Wilfried“ schon wieder ordentlich zur Sache. Nach Dauerregen sind rückseitig des Tiefs Schauer und Gewitter unterwegs, teils als Graupel, teils als Regen, teils als Schnee. Bei ihrem Durchzug sind schwere Sturmböen, vereinzelt sogar orkanartige Böen bis 105 Kilometer pro Stunde möglich. Genaueres lässt sich erst kurzfristig sagen. Zum Wochenende beruhigt sich die Lage und die Sonne kommt zeitweise zum Vorschein. Mit 13 bis 14 Grad weht am Samstag sogar ein Hauch von Vorfrühling durch die Südheide.

Ab Montag soll der Luftdruck über Europa verbreitet steigen. Das bedeutet für die kommende Woche nach aktuellem Stand: Die atlantischen Wetterfronten werden umgelenkt und bei knapp zweistelligen Tageswerten überwiegt ein trockener und zeitweise recht freundlicher Mix aus Sonne und Wolken. Kälterückfälle – Stichwort Märzwinter – zeichnen sich auch jenseits der Monatsmitte nicht ab.

Hoffung macht auch das Jahreszeitenmodell des amerikanischen Wetterdienstes „NOAA“, das uns einen deutlich zu warmen März verspricht. In diese Richtung weisen auch einschlägige Bauernregeln, die ihre Weisheiten aus der Vorwitterung im Spätwinter beziehen. So heißt es: „Wenn die Februarsonne den Dachs nicht weckt, schläft er bis zum April“. Diesmal war es umgekehrt. Der letzte Wintermonat endete gut ein Grad zu warm, was in zwei von drei Jahren einen zu milden März nach sich zieht.

„Pi mal Daumen“ und mit aller gebotenen Vorsicht bei Langfristprognosen lässt sich zum Frühjahr insgesamt sagen: Die Neigung zu hohem Luftdruck und Trockenheit seit dem vergangenen Sommer wird sich tendenziell abschwächen. Ob der schon seit Jahren austrocknende April dabei mitmacht, bleibt abzuwarten. Mit reichlich Regen, teils feuchter Wärme und damit erhöhter Unwettergefahr könnte ausgerechnet der Wonnemonat Mai unangenehm auffallen. Sowohl der amerikanische als auch der deutsche Wetterdienst gehen aktuell von einem in der Tendenz eher zu warmen und durchschnittlich feuchten Frühling aus.

Von Reinhard Zakrzewski